Mit dem Wohnmobil durch Portugal

Der folgende Artikel zeigt dir, warum sich das Mittelmeerland so gut für Roadtrips mit dem Camper eignet – basierend auf Highlights aus portugiesischen Regionen und dem Touristen-Hotspot Lissabon. Anschließend findest du praktische Tipps hinsichtlich Strom, Trinkwasser und Führerschein sowie eines günstigen Reisemobils. Empfehlungen für portugiesische Gegenden je nach Reisezeit beschließen diesen Essay. Ein Teil von uns Campern arbeitet von unterwegs – als Grafiker, Software-Entwicklerin oder Autor. Hast du Lust, uns zu treffen?
Portugal Wohnmobil
Wohnmobilurlaub in Portugal ( © Falktext )

Portugal – das ideale Reisemobil-Land

Ein bisschen ähnlich ist das portugiesische Festland wie Schweden, Schottland und Irland. Und gleichzeitig ist es so viel mehr: In warmen Wintern kannst du im Mittelmeer schwimmen und dich an langen, weißen Sandstränden sonnen.

Man fährt in einem Stück bis Portugal durch, ohne eine Fähre. Sogar eine fast mautfreie Route gibt es für die Pfennigfuchser. Man nimmt die Atlantikroute und schaltet nur um Bordeaux herum die Google Maps-Einstellung »Mautstraßen vermeiden« aus. Essen und Trinken sind günstig.

Portugal zeichnet in vielen Teilen Weite und Ursprünglichkeit aus – mit seinen Ausblicken von Bergketten und den Steineichen inmitten runder Felsen. Du findest viele Wanderwege, in und außerhalb der Naturparks, vor. Die südportugiesische Algarve ist immergrün.

Dazu hat Portugal die ganze Temperaturskala, von Minusgraden für den Schnee in der Serra da Estrela bis fast 50 Grad im Hochsommer. Zu den Bademöglichkeiten in vielen Stauseen kommen die Flussbäder.

Durchquert man im Herbst das trockene Zentralportugal, wirkt es ein bisschen wie auf Kreta, mit der vor Trockenheit zusammengeschrumpften, braunen Graslandschaft. Die runden Steine in Monsanto und um Castelo Branco könnten der Oase im marokkanischen Tafraoute entnommen worden sein. Und das alles in diesem kleinen, so vielfältigen Land.

Portugiesisch zu radebrechen, kommt gut an und wird mit einem Lächeln honoriert. Mit Englisch kommt man gut weiter, mit Spanisch und Französisch ein bisschen. Manchmal kann ein ehemaliger Gastarbeiter Deutsch.

Park4Night zeigt viele schöne Übernachtungsmöglichkeiten für Wohnmobil-Reisende auf – viele kostenlos und mit Papierkorb. Oft gibt es gewerbliche Stellplätze und Campingplätze in der Nähe, für den nötigen Service wie das Wasserauffüllen und die Kassettenentleerung der kommerziell hergestellten Wohnmobile – ‚weiße Ware‘ genannt.

Die Einheimischen sind gastfreundlich, interessiert, tolerant und unkompliziert gegenüber uns deutschen Campern.

»Der Sinn des Reisens besteht darin,
die Vorstellungen mit der Wirklichkeit auszugleichen,
und anstatt zu denken, wie die Dinge sein könnten,
sie so zu sehen, wie sie sind.«
(Samuel Johnson, Schriftsteller, 1709–1784)

Viele Wohnmobile zwischen ihren Fischer- und Ausflugs-Autos nehmen sie hin, ohne unfreundlich zu werden. Sie breiten ihre Grills und Schlafdecken neben deinem Auto aus.

Die Landpolizei, GNR, fährt meist vorbei, wenn man inoffiziell abseits der Straßen zum Übernachten bleibt. Selten verliert sie ein Wort. Noch seltener fordert sie dich auf, vor dem Abend wieder abzufahren. Berichte, dass Camper für informelles Übernachten in der Natur eine Strafe von circa 230-250 Euro bezahlt haben, entsprechen dem Hörensagen und sind keine eigenen Erfahrungen.

Wo es schön ist in Portugal – ausgesuchte Reiseziele für Camper

Algarve Wohnmobil
Wohnmobil-Stellplatz an der Algarve ( © Falktext )

Zum Sonnenuntergang mit dem Wohnmobil an die Algarve

DIE Region zum Überwintern ist die Algarve. Hier kann man mit bloßem Auge, vom Strand in Loulé, nahe Faro aus, Delfine beobachten. Du findest große Strände wie den in Pêra und Alvor und viele Freistehmöglichkeiten in Meeresnähe: in Lagos, Portimão, Albufeira und Tavira.

Manchmal steht man im Winter mit dem Reisemobil allein. An anderen Plätzen kommen Dutzende Vans zusammen, und es entstehen Freundschaften für die Zeit des Bleibens. Man gibt Tipps untereinander weiter – die fruchtbarsten, die jemand selbst ausprobiert hat: ob es nun das familiär geführte vegane Restaurant in Quarteira ist, die Quelle in Tavira oder die Ausstattung des nahen AKI-Baumarktes.

Nahe Lagoa gibt es den Praia da Marinha – steile, orangefarbene Felsen, auf denen man oben mit dem Bus stehen kann. Von Zeit zu Zeit kommt ein Segler mit Touristen vorbei. Eine bunte Landschaft niedriger Büsche ist es hier oben. Der Wind pfeift. Die Möwen lassen sich von ihm tragen.

Die Algarve ist auf Touristen ausgerichtet – mit ihren Restaurants, Einkaufszentren, Stellplätzen und Campingplätzen. Die wunderschönen Naturparks sind gut für einen Besuch und nicht gut zum Übernachten. Hier kann man zu Recht weggeschickt werden oder man bezahlt in cash dafür. Es ist nicht wie in Deutschland, dass man einen Überweisungsbeleg erhält. Gegebenenfalls wird man zum Automaten begleitet.

Dieser Mittelmeerstreifen ist wärmer und grüner als das Landesinnere. Ein überwältigender Eindruck, wenn man im Winter hier herunterkommt. Oft erkennt man nicht, wo eine Stadt aufhört und die andere anfängt. Grüppchen von Mountainbikern scheinen sich auf das nächste portugiesische Radrennen, die Clássica Aldeias do Xisto, vorzubereiten.

Die wilde Atlantikküste – Dünen für Vans zum Freistehen und Surfspots

Winterstürme zerzausen die Haare der Wellenreiter von Nazaré. Für dich als Wohnmobil-Fahrer lohnt es sich, am Atlantik Stück für Stück herunterzufahren und zu bleiben, wo es schön ist. Das fängt an, mit dem nordportugiesischen Porto, mit seinen Weinkellern und Portwein-Verkostungen.

Das südlicher gelegene Figueira da Foz kam als Seebad schon im 19. Jahrhundert heraus. Heute bietet es dir den Sandstrand Praia da Claridade und das internationale Filmfestival Figueira Film Art.

Das hiesige Janga Wonderland ist ein Surfcamp – nur ein Beispiel für so viele Surf-Schulen am Atlantik. Dazu zählen auch Moledo mit dem Kite Surf-Anbieter »All You Can Surf«, Lourinhã mit dem »Da Silva Surfcamp« oder das »Dreamsea Surfcamp am Praia da Galé«.

Am Atlantik ist es nur wenige Grade kühler als am Mittelmeer. Auch hier ist das nächtliche Stehen mit dem Van abseits eines Campingplatzes oder Wohnmobil-Stellplatzes inoffiziell. Die schönen Plätze, wie die Dünen des südlich von Sétubal gelegenen Melides, werden jedoch nur selten von der GNR geräumt. Der Naturpark zwischen Sines und Sagres, ganz an der südwestlichen Spitze Portugals, lädt Camper zu Tagesausflügen ein.

Nazaré, 120 Autokilometer nördlich der Hauptstadt, ist ein krasser Surfspot für Big Wave Surfer. Oberhalb eines bis zu 5.000 Meter tiefen Unterwasser-Grabens versuchen sie, die bis zu 23 Meter hohen Wellen zu meistern. Nur einer – Garrett McNamara – hat es seit 2011 geschafft. Für die Billabong XXL Awards und den Big-Wave-Contest der World Surf League lassen sich diese Mutigen mit Jetskis in Wellen wenige Hundert Meter vor dem Strand Praia do Norte ziehen.

Lissabon – Stadtleben und Kaffeekultur

Das Filmfestival Indie Lisboa, im Mai, und das Sardinenfestival anlässlich des Stadtfestes Santo António, im Juni, sind zwei der Anziehungspunkte der hübschen Multikulti-Hauptstadt für Urlauber.

Mit dem Wohnmobil lässt du gegebenenfalls die beiden Umweltzonen (ZER) in der Innenstadt werktags zwischen 7 und 21 Uhr aus: die Zone 1, wenn die Erstzulassung deines Vans vor dem 01.01.2000 liegt und die Zone 2, wenn das Datum vor dem 01.01.1996 liegt.

Manche Camper stellen sich für einen Tag vor die Tore der Stadt, zum Beispiel nach Seixal, südlich des Tejo-Flusses. Am bewachten Parkplatz kann man fragen, ob man auch während der Nacht stehen bleiben kann, und vielleicht hat man Glück. Von dort nimmt man die Fähre.

Das Kunst- und Architekturmuseum MAAT, mit seiner außergewöhnlichen Architektur, direkt am Tejo, lohnt sich. Man kann aufs Dach steigen und von Nahem einen Blick auf die wie eine glitzerne Fischhaut wirkende Außenfassade werfen.

Das Chiado-Viertel mit seiner nach dem 1988er Brand wiederaufgebauten Straße Rua do Carmo ist eine architektonische Besonderheit: Hinter die originalen Fassaden hat der Pritzker-Preisträger Álvaro Siza Vieira moderne Verkaufsräume gesetzt. Die Straße Rua Garett im Chiado ist DIE elegant-teure Schoppingmeile Lissabons und Portugals. Berühmt ist das Lissaboner Café a Brasileira – erkennbar an seiner Fernando Pessoa-Figur vor der Tür.

Spektakulär ist bereits die Zufahrt zur Hauptstadt über die Vasco da Gama Brücke. Den Hauptstadtbesuch kannst du mit einem Trip zur südlichen Halbinsel Setúbal verbinden, zu den Dinosaurier-Spuren am Cabo Espichel und der Wallfahrtskapelle. Neben dem Leuchtturm kannst du als einzelner Camper dein Reisemobil über Nacht abstellen.

Alentejo Wohnmobil
Das Zuhause dabei im Alentejo ( © Falktext )

Der Alentejo – eine Landschaft voller Korkeichen, Oliven und Wein

Der Alentejo in der Südhälfte Portugals ist super mit einem Reisemobil zu durchfahren. Kommt einem allerdings auf einer einspurigen Asphaltstraße zwischen den Olivenhainen ein Auto entgegen, wird es spannend.

Eine andere Spannung spürt man beim Betreten der großen Knochenkapelle von Évora. Man schaut in hunderte, leere Augenhöhlen.

Erfrischend ist ein Wirklichkeitsabgleich, wenn man das kühle Nass der Stauseen genießt, zum Beispiel der Barragem de Montargil und Barragem do Pego do Altar. Oft kommt morgens ein portugiesischer Fischer, mit Anhänger und Boot.

Die Zahl auf den geschälten Korkeichen erinnert alle neun Jahre daran: Es ist Zeit… Herausfordernd für die Bäume dann, mit der roten, nackten Rinde weiterzuleben, ist der Kork ein unentbehrliches Standbein der Hiesigen und ihr Exportschlager. 500 Euro bringt eine 300-jährige Korkeiche im Jahr ein. Wunderschön ist sie ungeschält.

Im Alentejo laden die Naturparks Parque Natural da Serra de São Mamede, Parque Natural do Vale do Guadiana und Parque Natural Costa Vicentina zu einem Besuch ein. Nach einem aufregenden Tag der Naturentdeckungen kehrst du, ohne eine Übernachtung vorzubuchen, in dein eigenes Zuhause zurück.

Wohnmobilurlaub Portugal
Zwischenstopp am Stausee ( © Falktext )

Centro – das hügelige, historische Zentralportugal

Bevor man ins Centro hineinfährt, kann man in Spanien nochmal günstig tanken. Man spart man bis zu 20-25 Cent pro Liter mit der App GasAll gegenüber Portugal.

Bis auf die Serra da Estrela mit ihren maximal 1.993 Metern trifft man im Centro auf hügeliges, uriges Land. Immer mal wieder naturbelassen, zeigt es bei jeder Jahreszeit mit einem anderen Charakter – im Frühling mit den Rufen des Wiedehopf (»huhuhu«) an plätschernden Flüssen, im Sommer mit vielen Bade- und Picknick-Möglichkeiten. Später sehen manch herbstliche Graswiesen dröge aus. Halbleer hinterlassen die Stauseen Mondlandschaften. Das Centro gewinnt dann seinen eigenen Reiz – im Kontrast zur immergrünen Algarve.

Wenig bevölkert ist es, sieht man von dem mittelalterlich anmutenden Felsendorf Monsanto, Peña Garcia sowie der größten Stadt im Centro, Coimbra, ab.

In der Kreisstadt Castelo Branco trifft verborgene Schönheit auf Lebensqualität: Gegenüber dem modernistischen Zentrum für zeitgenössische Kultur der Architekten Josep Lluis Mateo und Carlos Reis de Figueiredo reichen die Inhaber der Konditorei kleine Köstlichkeiten zur Bica – dem portugiesischen Espresso.

Charmant und dezent wirken die alten Stadtvillen in der Avenida Nuno Álvares. Die abbröckelnde Farbe zeugt von einem gediegenen, kulturvollen Leben in vergangener Zeit.

Das Kleinod Peña Garcia, um seinen 600 Meter hohen Bergkamm herum, besitzt einen Trinkwasser-Stausee, zwei historische Mühlen und einen Kletterfelsen auf der einen Seite. Auf der anderen Seite warten Naturschwimmbecken unter Bäumen auf dich – wie eine kleine Spa-Landschaft.

Was und wie – Lifehacks für ein Wohnmobil-Leben in Portugal

»Draußen, in der Abenddämmerung, finden Pferde ihren Weg durch den Wald. Die Grillen führen ihr Konzert fort, jetzt, wo es wieder wärmer geworden ist.
Ich setze mich mit dem Notebook aufs Bett und tippe für heute die letzten Sätze ein.«
(digitale Nomadin, Penamacor/Centro, 2019)

Im Vanlife kannst du dich ausprobieren, vielleicht alte Standards über Bord werfen. Autark wirst du, wenn du dir bewusst wirst, vor der Abreise, was du brauchst an:

  • Wasser
  • Strom
  • Hygiene
  • Sicherheit
  • Wärme

In manchen Orten existieren Trinkwasserquellen, an denen man kostenlos wohlschmeckendes Wasser holen kann, zum Beispiel in: Melides (Atlantikküste), Idanha-a-Nova, Monsanto sowie Peña Garcia (alle drei Region Centro). Die 5- und 6-Liter-Flaschen Trinkwasser aus dem Discounter für 59 und 69 Cent sind ideal zum Wiederauffüllen. Auf gewerblichen Wohnmobil-Stellplätzen kann man auch, wenn man nicht übernachtet, fragen, ob man für kleines Geld Trinkwasser tanken kann – zum Beispiel in Quarteira/Algarve für 2 Euro 100 Liter.

Trinkwasser Portugal
That is Vanlife – Trinkwasser-Beschaffung an einer Quelle bei Idanha-a-Nova ( © Falktext )

Beim Wohnmobil-Verleih solltest du dich gegebenenfalls nach den Stromanschlüssen im Van erkundigen: ob 12 Volt, Landstrom (220/230 Volt) und/oder USB-Anschlüsse. Es kann sein, dass du für dein Laptop einen Adapter brauchst – zum Beispiel von Hama das Universal-Notebook-Kfz-Netzteil. Den gibt es für etwa 30 Euro im Internet, eventuell auch gebraucht.

Auf der einen Seite hat er einen mittelgroßen, runden Stecker für den 12 Volt-Anschluss im Auto. Mitgeliefert wird eine Reihe von Steckern für dein individuelles Notebook. Nach den Stromanschlüssen bemisst sich auch, ob du eine elektrische Zahnbürste mitnehmen kannst, einen Fön oder einen Mixer.

Außer der üblichen Kleidung je nach Wetter und Badeklamotten, Personalausweis et cetera, brauchst du Haushaltsutensilien – ausgehend von dem, was bereits im Auto ist. Ob das viel oder wenig wird, bemisst sich nach deinem Sicherheitsbedürfnis.

Je nach Gewichtsklasse des Reisemobils benötigst du einen passenden Führerschein. Hast du deinen Van selbst umgebaut und beim TÜV oder der Dekra als Wohnmobil zugelassen, lohnt sich die Reisemobilversicherung RMV – bei einem Wert von mehr als 20.000 Euro.

Ihre Vorteile: keine km-Begrenzung, und es ist egal, wer den Camper fährt und wo er steht. Gleichzeitig wird bei einer Umschreibung die Kfz-Steuer teuer – letztlich kein großer Gewinn. Als grüne Versicherungskarte innerhalb der EU gilt dein EU-Nummernschild.

Sinnvoll ist es, seinen Fußabdruck und sonstige Hinterlassenschaften beim Campen so zu hinterlassen, dass kein umherwehendes Papier auf die stillen Örtchen in der Natur hinweist. Das gilt natürlich auch für Bierflaschen.

»Nachts poltert es unter dem Wohnanhänger. Immer wieder.
Dann wummert es gegen die Tür. Ich leuchte hinaus,
traue mich aber nicht rauszugehen.
Am nächsten Morgen finde ich Wildschweinspuren unter dem Wagen.
Der Grill ist umgekippt.«
(Autorin on the Road, Portugal, 2019)

Für digitale Nomaden ist die portugiesische Internet-Flatrate für 30 Tage zu 30 Euro unschlagbar (oder 15 Euro für 15 Tage). Von Nos. Die Sim Card ist Tethering fähig und kostet nur ein paar Euro extra.

Wann – das Portugal Reisewetter für Wohnmobilisten

Für Camper ist immer Wetter in Portugal. Zu jeder Zeit findest du Kultur, Festivals, gemütliche Cafés Naturparks, Felsen, Zugvögel, kleine Wale, Geckos, Skorpione und Riesenhundertfüßler.

Für die Wintermonate empfiehlt es sich, an die Algarve zu fahren – außer du willst einfach nur herumfahren, schauen, wandern, schoppen und ausgehen. In Südportugal jedoch kannst du auch im Winter baden. Bei geschätzten 16 Grad im Mittelmeer und Tagestemperaturen von durchschnittlich 16-18 Grad von November bis Januar lohnt sich an warmen Tagen, sich einfach vors Auto auf die Steilküste zu setzen und zu genießen.

Manchmal erwischt man Perioden von 20 Grad im Dezember/Januar. Da bleiben so manche Reisemobil-Fahrer in Portugal, anstatt nach Marokko hinüberzuwechseln. Ab und zu regnet es im Winterhalbjahr. Der Wetterbericht zeigt zwar manchmal eine Woche am Stück Regen an. In der Realität regnet es dann die Hälfte der Zeit ein paar Stunden täglich – mit Sonnenpausen zum Spazierengehen.

Ab November lohnt sich auch die Atlantikküste. Sie ist um etwa 2 Grad kälter als die winterliche Algarve. Beachten darf man in ganz Portugal, dass Naturparks vom Freistehen ausgenommen sind und die Polizei oder die GNR – die Landpolizei – manchmal zum Räumen kommt, besonders in der Touristensaison.

Hat es ausreichend geregnet, kommt man im April in einen wunderschönen Frühling, mit Blumenwiesen und gefüllten Stauseen. Die Temperaturen und die Pflanzenwelt besitzen jetzt, im Vergleich zu Deutschland, schon frühsommerlichen Charakter.

Fällt der Regen fast aus, startet die Natur mit wenigen Reserven in den heißen Sommer. Bis zu 32 Grad findest du in Portugal Anfang Mai und 44 Grad Anfang August. 2018 war es so heiß im Alentejo.

Die herbstlichen Oktober- und Novemberwochen bringen tendenziell wieder mehr Regen. Ab November startet die Olivenernte, und manche Erntehelfer bekommen in warmen Jahren noch einen Sonnenbrand auf dem Baum. Nun wird es in allen Regionen, außer ganz im Süden, schnell kühler. Die Sonne geht um 17 Uhr unter. Als Camper genießt man jetzt die deutlich wärmeren Temperaturen gegenüber Deutschland.

Womit? – Wie du zu einem günstigen Wohnmobil kommst

Viele Vans in Portugal sind professionell ausgebaute. Man kann sie auch gebraucht kaufen, allerdings bleibt der Marktwert auch nach zehn Jahren hoch. Die jungen und junggebliebenen Leute sind oft mit einem selbst ausgebauten Kastenwagen der Marken Fiat, Citroen oder anderen unterwegs. Mit Solar auf dem Dach, 12 Volt-Stromversorgung für Notebook und Kompressor-Kühlschrank sowie einer Wasserversorgung, die autark macht.

Es gibt Männer und Frauen jeden Alters und mit jedem Geldbeutel, auch solche mit mutmaßlich zwei linken Händen, die ein Auto umgebaut haben und losgefahren sind.

Ist man für 1-3 Wochen in Portugal, rentiert sich die an sich teure Anmietung von Wohnmobilen, zum Beispiel bei Go Indie (auf Kastenwagen-Basis). Es gibt verschiedene Größen und Ausstattungen je nach Personenzahl.

Lässt du dich auf das Pokerspiel von kostenlosen Übernachtungen ein und nimmst du einen Billigflieger von Deutschland nach Portugal, kommen zu den teuren Mietkosten nur noch die Lebensmittel oder was du ausgeben willst. Das Gesamtpaket wird so finanziell attraktiv, im Vergleich zu Pauschalreisen und Mietwagenbuchung vor Ort. Die Übernachtung hast du mit dabei.

Der Anbieter Yescapa ist interessant, weil er Oldtimer wie einen Citroen von 1973 und VW Bullis als umgerüstete Wohnmobile anbietet – was für ein Hingucker! Eine weitere Variante ist die Anmietung zu Hause, in Deutschland, zum Beispiel bei Campanda.

Fazit: Portugal lohnt sich sehr für einen preiswerten, aufregenden oder ruhigen Wohnmobil-Urlaub. Zum Reinschnuppern, Überwintern oder vielleicht für immer. Die Städte verkörpern eine 800-jährige Kultur. Die Natur ist sehr abwechslungsreich. Die Portugiesen heißen dich ganzjährig willkommen und machen es uns Campern leicht sich wohlzufühlen, mit ihrer Unkompliziertheit und Offenheit.

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