Naturpark Serra de São Mamede

In Portugal gibt es nicht nur fantastische Strände, sondern auch tolle Naturparks wie den Serra de São Mamede an der spanischen Grenze. Er ist problemlos zu erreichen und steht im Programm zahlreicher Anbieter. Mache einen Ausflug in eine üppige Natur, auf einen 1.025 Meter hohen Gipfel, zu Menhiren und Höhlenzeichnungen, zu römischen Städten und Kastellen.
Serra de São Mamede
Sonnenuntergang im Serra de São Mamede ( Nuno Simoes / Shutterstock.com )

Naturpark Serra de São Mamede: Adlerhorst im Nordalentejo

Der 55.524 ha große Naturpark Serra de São Mamede liegt ganz im Norden des Alentejo an der Grenze von Portugal zu Spanien. Ein Greifvogel ist das Symbol dieser landschaftlich schönen Gebirgszüge. Steinzeitmenschen, Römer und Araber hinterließen hier ihre Spuren: Dolmen, Brücken und Burgen. Große Eichen- und Kastanienwälder, Kork- und Steineichen sowie Heckenrosen bestimmen das Bild. Daneben gibt es weite Kulturflächen mit Weiden und Feldern. Bekannt ist der Park vor allem für seine große Artenvielfalt und die abwechslungsreiche Landschaft.

Gute Gründe für einen Besuch im Naturpark Serra de São Mamede:

  • Zahlreiche seltene Pflanzen und Vögel
  • Schöne, abwechslungsreiche Landschaften
  • Der unter Denkmalschutz stehende Ortskern von Castelo de Vide
  • Menhire, Dolmen und Felsmalereien
  • Das mittelalterliche Kastell in Marvão

Wo liegt der Naturpark Serra de São Mamede in Portugal?

Der Naturpark Serra de São Mamede erstreckt sich zwischen dem Ribeira da Ameixoeira im Norden, der spanischen Grenze und dem Ribeira de Nisa im Westen. Die südliche Grenze liegt bei Arronches. An seiner breitesten Stelle ist der Park 40 km breit. Wichtige Städte im Naturpark sind Castelo de Vide, Marvão, Olhos d'Água und Alegrete. Portalegre und Arronches liegen etwas außerhalb. Die höchste Erhebung im Naturpark ist der Pico de São Mamede mit 1.025 m.

Mediterranes Klima

Ausflüge, um den Naturpark Serra de São Mamede zu entdecken, kannst du das ganze Jahr über machen. Sogar im Sommer ist es hier schön kühl. Die Serra de São Mamede ist eine Kondensationsbarriere mit höheren Niederschlagsmengen und Feuchtigkeit als im übrigen Alentejo. Das Klima ist mediterran mit atlantischem Einflüssen, besonders an den Nordhängen. Auf den Gipfeln kann es sogar schon mal schneien. Dafür ist es hier aber auch so schön grün. Und du kannst in den heißen Sommermonaten herkommen, um dich zu erfrischen, zu Wandern oder Rad zu fahren.

Flora

Dank der großen Vielfalt an Vögeln und rund 800 Pflanzenarten sowie der abwechslungsreichen Landschaft, stehen große Teile der de São Mamede unter Naturschutz. Innerhalb des Parks findest du so unterschiedliche Landschaftsformen wie Weiden, Felsen, Moore und verschiedene Waldarten vor. Darunter europäische Wälder, Auenwälder und mediterrane Laubwälder. In ihnen wachsen Schwarze Eichen, Pyrenäen-Eichen, Kork- und Steineichen. In den Auenwäldern entlang des Flusses Sever beeindruckt das Vorkommen von Kermeseichen und großen Schieferfelsen.

Oliven, Weidenbäume und Kiefern und Eukalyptus wachsen in den unteren Lagen. An den südlichen Berghängen kultivieren Bauern Olivenhaine, Weinberge und Feigenbäume, an den nördlichen Hängen Kirschen, Kastanien, Hasel- und Walnüsse.

Fauna

Verschiedene Biotope im Naturpark sorgen für eine große Vielfalt an Vögeln und Tieren und verleihen dem Park, ornithologisch gesehen, eine große Bedeutung auf der Iberischen Halbinsel. Zugvögel peilen de Naturpark auf ihren Wanderungen zwischen Europa und Afrika an. Rund 150 verschiedene Arten leben ständig hier. Hier nisten so große Raubvögel wie der Bonelli-Adler und der Schwarzgeier. Zu den kleineren Vögeln zählen die Bachstelze, Trauersteinschmätzer und Schwarzmilane. Auch Schwarzstörche und kleine Sperlingsvögel kannst du mit etwas Glück sehen.

Zu den Säugetieren, die im Naturpark leben gehören bedrohte Otterarten und die gefährdete Cabrera Wühlmaus. Die Kalksteinhöhlen Cova da Moura beherbergen eine der wichtigsten Fledermauskolonien in Europa.

Von 17 Amphibienarten in ganz Portugal, sind 14 im Naturpark Serra de São Mamede heimisch: Die Wassereidechse, der Iberische Frosch, die gestreifte Schildkröte und die Mittelmeerschildkröte. In den Wäldern leben Rehe und Wildschweine.

Das faszinierende Bild der Serra de São Mamede lässt sich mit Worten nicht beschreiben. Man muss es mit eigenen Augen entdecken. Am besten auf einer Wanderung, auf der du die Bäume rauschen und die Bäche plätschern hörst und dich ganz der Natur hingibst.

Altsteinzeit, Römer und Araber

Willst du den Reichtum der Serra de São Mamede entdecken, ziehst du am besten die Laufschuhe an und begibst dich in die Umgebung der reizvollen Orte und Städte. Hier läufst du vorbei an Dolmen und Menhiren und Holzkohleöfen – Zeugen aus der Altsteinzeit. In den Flussauen des Caia und Sever triffst du auf die Überreste einer römischen Stadt und überquerst römische Brücken.

Araber bauten die Burg von Marvão an einem strategisch günstigen Platz: Sie überblickt die ganze Ebene und war Schauplatz von Kämpfen mit den Mauren und den kastilischen Nachbarn. Auch in Castelo de Vide, Portalegre und Alegrete stehen wehrhafte Burgen.

Wanderungen im Serra de São Mamede

Zieh dir die Wanderschuhe an und mach dich auf den Weg in den Naturpark Serra de São Mamede und seiner Mischung aus Weiden, Flüssen, Berghängen und Wäldern. Zahlreiche gut erhaltene und beschilderte Wanderrouten durchziehen die Region besonders rund um die großen Orte.

Faltblätter mit Wanderrouten gibt es für:

  • Carreiras
  • Esperança
  • Galegos
  • Marvão
  • Reguengo

Außer den kurzen mit einem PR gekennzeichneten Wanderwegen, verläuft der Fernwanderweg GR41 (Grande Rota de Castelo de Vide) durch den Park. Er berührt in 3 Etappen Portagem, Marvão und Castelo de Vide. Fahre die Parkverwaltung (Quinta dos Olhos d'Água) oder die Fremdenverkehrsbüros in Marvão oder Arronches an und versorge dich mit nützlichen Informationen.

Naturpark Marvão
Das herrliche Marvão im Naturpark Serra de São Mamede ( LuisPinaPhotography / Shutterstock.com )

Sehenswürdigkeiten im Naturpark Serra de São Mamede

Höhlenmalereien bei Arronches
Am südlichen Rand des Naturparks in der Gemeinde Esperança siehst du die bedeutendste Sammlung von Höhlenmalereien im Freien von ganz Portugal. Sie stammen aus dem 3. Jahrtausend vor Christus und zeigen Menschen, Tierfiguren und Handabbildungen in Farbnuancen von Rot bis Gelb.

Ruinen der römischen Stadt Ammaia
Die Ruinen der römischen Stadt Ammaia liegen in der Nähe von Marvão und erstrecken sich über einen Bereich von 25 ha. Die Römer errichteten die Stadt Ammaia kurz nach ihrer Ankunft. Sie gilt als das wichtigste Zeugnis der Römer in Portugal. Nur wenige Hundert Meter entfernt von der Ausgrabungsstätte liegt die römische Brücke »Ponte Romana«.

Marmitas de Gigante
Ebenfalls bei Marvão im Granitbett des Ribeira de Galegos siehst du die bizarren Felsauswaschungen Marmitas de Gigante. Die kreisförmigen Hohlräume in den Felsen wurden durch im Wasser herum wirbelnde Steine ausgeschliffen.

Kapelle Senhora de Penha
Die Kapelle Senhora de Penha bei Castelo de Vide erreichst du nach einer kleinen Kletterpartie. Der Ausblick von dort oben auf den Ort und die Umgebung ist beeindruckend.

Castelo de Alegrete
Die mittelalterliche Burg aus dem 12. Jhd. liegt in Alegrete nahe Portalegre. Sie war Schauplatz zahlreicher Grenzkämpfe zwischen Portugiesen und Kastiliern. Heute noch steht der Wachturm und die Wehrmauern.

Castelo de Marvão
Die Burg von Marvão aus dem Mittelalter auf einem Felsplateau auf einer Höhe von 800 m dominiert das Ortsbild. Sie kontrollierte einst die Passage des Flusses Sever, ein Nebenfluss des Tejo. Vor der Burg liegt eine reizende Gartenanlage. Von hier aus hast du einen tollen Ausblick auf das historische Ortszentrum von Marvão und die Serra de São Mamede.

Castelo de Vide
Castelo de Vide ist schon seit dem Neolithikum besiedelt. Heute noch zu sehen sind römische Ausgrabungen verschiedener Herrenhäuser und Brunnen sowie historische öffentliche Gebäude. Der gesamte historische Ortskern steht unter Denkmalschutz. Wenige km entfernt liegt der archäologische Park Megalítico dos Coureleiros.

Pico de São Mamede
Der höchste Punkt des Naturparks und des Alentejo lohnt einen Aufstieg. Im Norden siehst du Marvão und Castelo de Vide. Am Horizont erstrecken sich die Gebirgszüge der Serras Talhadas, Gardunha und Estrela. Bei guter Sicht sieht man sogar das Mittelmeer in 200 km Entfernung.

Menhire und Dolmen
In der Umgebung von Castelo de Vide liegen zahlreiche prähistorische Zeugnisse: Darunter Dolmen und Menhire. In den Kollektivgräbern (Dolmen) begrub man neben den Körpern Kunstgegenstände, Werkzeuge und Waffen. Menhire sind hohe phallusförmige Steine, die manchmal in einem Kreis angeordnet sind. Sie hatten wahrscheinliche religiöse Funktionen.

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