10 berühmte portugiesische Seefahrer

Bei deinem Urlaub in Portugal merkst du rasch, woher der Stolz der Portugiesen kommt. Es gibt wohl kaum eine Stadt, die nicht mindestens ein Museum hat, das sich der spannenden Geschichte der Seefahrt und bedeutsamen Seefahrern widmet, die unter der portugiesischen Flagge in See gestochen sind.
Portugal Seefahrer
Das Seefahrerdenkmal Padrão dos Descobrimentos in Lissabon ( © DW )

Von Vasco da Gama bis Ferdinand Magellan

Bekannte Namen wie Vasco da Gama werden und Ferdinand Magellan werden geehrt. Das Seefahrerdenkmal in Lissabon am Ufer des Tejo zählt zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Portugals.

Die Liebe zum Meer wird auch in Musikrichtungen wie Fado oder dem Lieblingssport der Lisboa, dem Surfen an Orten wie Cascais oder Estoril, deutlich. Freue dich auf eine spannende Entdeckungsreise quer über den Globus und erfahre mehr über die bekanntesten Entdecker Portugals.

Ein altes Sprichwort aus Portugal sagt: »Wenn du beten lernen willst, dann fahre zur See.« Ohne Karten und Instrumente, unter der ständigen Bedrohung durch Wetter und Krankheiten, wird dir sicher rasch klar, welches Wagnis hinter dem der Neugier des Menschen, die Welt bzw. das Meer zu entdecken, steckt.

Vasco da Gama – Admiral des Indischen Meeres

Stell dir vor, wie abenteuerlich diese Expeditionen zur damaligen Zeit gewesen waren. Umso größer dann der Erfolg und die Anerkennung für Männer wie Vasco da Gama, wenn sie als gefeierte Helden in ihre Heimat zurückkehrten.

Dort, wo Padrão dos Descobrimentos, das Seefahrerdenkmal in Lissabon steht, soll Vasco da Gama damals zu seiner bedeutsamen Reise ins Ungewisse aufgebrochen sein.

Durch seine Entdeckung eines Seeweges nach Indien ist der portugiesische Seefahrer wohl einer der bekanntesten Entdecker seiner Zeit.

Von König Manuel I. von Portugal entsandt, machte sich Vasco da Gama 1497 auf den Weg. Nach knapp einem Jahr auf dem Meer gelang es ihm als ersten Europäer, einen Seeweg um die tückische Küste von West- und Ostafrika herum nach Indien zu finden. Sein Erfolg ermöglichte vielen anderen Seefahrern, ihre Ziele weiterzustecken und neue Perspektiven für die gesamte Welt zu liefern.

Ferdinand Magellan – Weltumsegelung mit tödlichem Ausgang

Auch Ferdinand Magellan (portugiesisch: Fernão de Magalhães) machte sich auf die gefährliche Reise, um den sagenumwobenen Seeweg nach Indien zu finden. Anders als Vasco da Gama überlebte er diese Weltumsegelung nicht.

Wie du dir vorstellen kannst, ging es nicht nur um Ruhm und Anerkennung, sondern um Profite. Kostbare Produkte wie Gewürze oder Seide, Gold und andere Versuchungen trieben die Seefahrer an Bord vieler Schiffe. Spanien und Portugal lieferten sich ein heißes Duell um die fruchtbarsten Missionen.

Magellan startete mit fünf Schiffen und erst nach fast einem Jahr entdeckte er eine Meeresstraße, die zwischen der Südspitze von Südamerika und dem Feuerland liegt. Heute kennst du diese Straße unter dem neuen des mutigen Seefahrers, der Magellan-Straße.

Nach Verlusten bei Schiff und Mannschaft erreicht er nach der stürmischen Überfahrt endlich ruhigere See, den er Mar Pacifico – Stiller Ozean – nennt. Doch es folgt eine monatelange Überfahrt, bei der Magellan letztendlich auf der Insel Mactan in einer Auseinandersetzung mit den dort lebenden Einwohnern den Tod findet.

Mit Magallans Reise stellte er aber unter Beweis, dass die Erde eine Kugel wäre und nicht, wie bislang angenommen, eine Scheibe.

João Gonçalves Zarco – der Wiederentdecker von Madeira

João Gonçalves Zarco, ein Vertrauter von Heinrich dem Seefahrer, landete 1418 auf der Insel Porto Santo, das zum Madeira-Archipel zählt. Auf der nächsten Reise wurde Madeira entdeckt, wo der portugiesische Seefahrer später auch sein Grabmal fand.

Eine Statue in Funchal erinnert an den getreuen Kampfgefährten von Heinrich. Gemeinsam mit Heinrich misslang der Versuch, Tanger zu erobern. Zarco experimentierte mit der bestmöglichen Stationierung von Artillerie auf einem Schiff und lieferte so wertvolle Erkenntnisse für die Verteidigungs- und Angriffsmaßnahmen auf See.

Bartolomeu Perestrelo – der Schwiegervater von Christoph Kolumbus

Die Seefahrergemeinschaft war damals wohl ein kleines Völkchen, denn niemand geringerer als Bartolomeu Perestrelo, dessen Tochter Dona Filipa de Perestrelo die Moniz später Christoph Kolumbus heiratet, zählt zu dem illustren Reigen bekannter Seefahrer aus Portugal.

Perestrelos Familie kam ursprünglich aus Italien. Der portugiesische Edelmann begleitete João Gonçalves Zarco bei den Entdeckungsfahrten von Madeira. Ihm wurde das Kapitanat auf Porto Santo übertragen, das später auf seine trauernde Frau Isabel Moniz überging.

Heinrich der Seefahrer

Heinrich der Seefahrer (portugiesisch: Infante Dom Henrique de Avis) war nicht nur Seefahrer, sondern auch der »Macher« hinter vielen portugiesischen Expeditionen. Er war unter anderem Auftraggeber und Initiator der Entdeckungsreisen von João Gonçalves Zarco, Bartolomeu Perestrelo und Gil Eanes.

Heinrich wurde 1394 in Porto geboren und 1418 zum Gouverneur der Algarve ernannt, wo er ein ehrgeiziges Programm startete, um einen Seeweg nach Indien zu finden. Zu Lebzeiten sollte ihm das nicht gelingen, aber seine Expeditionen legten den Grundstein. Nach seinem Tod 1460 in Sagres dauerte es nur 36 Jahre, bis Vasco da Gama seine großen Vorleistungen schließlich vollendete.

Das Padrão dos Descobrimentos in Belém zeigt Heinrich als Anführer der portugiesischen Entdecker.

Bartolomeu Dias – Premiere für die Umsegelung vom Kap der Guten Hoffnung

Auch Diaz startet vom Tejo aus seine große Reise und landet 1487 auf der Insel Santa Maria da Conceição, wie er sie nennt. Mit dem Setzen eines Padrão (eine Steinsäule mit dem Wappen Portugals und einem Kreuz an der Spitze) nimmt Portugal das Land für die portugiesische Krone in Besitz.

Bei seiner Reise umrundet er den heute als Kap der Guten Hoffnung genannten Landvorsprung an der afrikanischen Küste.

Bartolomeu Dias unternimmt mehrere Expeditionen. Die Fahrt mit Pedro Álvares Cabral wird allerdings seine letzte und so findet Dias dort sein Grab, wo er der erste Umsegler von Afrika geworden war.

Pedro Álvares Cabral – der Brasilien aus Zufall entdeckte

Pedro Álvares Cabral war durch Vasco da Gamas tödliche Erfahrungen mit den Einheimischen gewarnt. Viele Soldaten reisten auf der portugiesischen Flotte mit. Zuerst ging es zu den Kapverdischen Inseln und dann erreichte Cabral eine Insel, deren Bewohner den Seefahrern völlig friedlich und unbedarft begegneten.

Durch die Nord-Süd-Trennlinie, mit der Spanien und Portugal ihre Gebiete aufteilten, war Cabrals Entdeckung für sein Land äußerst wertvoll: Es ermöglichte den Zugang zu einem Teil der Neuen Welt, die durch die Trennung eigentlich Spanien vorbehalten war.

Seine bedeutsame Entdeckung und die Wichtigkeit von Brasilien entdeckten die Portugiesen erst viele Jahrzehnte später.

João Vaz Corte-Real – Kabeljau oder Nordamerika entdeckt?

Der adelige Seefahrer und Ritter wurde in Faro an der Algarve geboren. Es wird vermutet, dass Corte-Real nicht nur Grönland, sondern auch Nordamerika mit seinem Schiff erreichte. Vielleicht war es auch Neufundland, das auf Corte-Reals Liste der Entdeckungen gestanden hatte.

Wenn das wahr ist, dann wäre nicht Christoph Kolumbus 20 Jahre später ebenso erfolgreich gewesen. Selbst die Wikinger waren im Jahr 1000 dorthin unterwegs.

Corte-Real wird allerdings die Entdeckung von Terra Nova do Bacalhau, dem Land des Kabeljau, zugeschrieben.

Afonso de Albuquerque – vom Obersten Stallmeister zum Seefahrer

Der nahe Lissabon geborene Afonso de Albuquerque war ein erfahrener Seefahrer und zweiter Gouverneur von Portugiesisch-Indien. Der an Mathematik und Latein interessierte Adelsmann erhielt die Auszeichnung des Obersten Stallmeisters am königlichen Hof von Manuel I. von Portugal.

1503 wurde Afonso de Albuquerque Befehlshaber mehrere Schiffe, die Kurs auf Indien nahmen. Der Portugiese eroberte die Insel Sokotra und plünderte mehrere Städte an der Küste der arabischen Halbinsel.

Eine Intrige bei Hofe wurde Afonso de Albuquerque, der vieles erreicht hatte, schließlich zum Verhängnis.

Diogo Cão – als erster Europäer am Kongo

Der portugiesische Entdecker und Seefahrer segelte im Dienste von Johann II. von Portugal. Die Entdeckung der Passage über den Kongo und Diogo Cãos Verdienste um seine Reisen verschafften dem Seefahrer Anerkennung von Papst Innozenz VIII.

Die Entdeckungsfahrten von Diogo Cão sind aber insofern bedeutsam, da sie für die Erstellung einer Karte des Metellus sowie den Globus von Martin Behaim 1492 sehr hilfreich waren. Auch er ließ zwei Stelen am Kap Monte Negro und dem heutigen Kap Cross in Namibia aufstellen, um den Besitzanspruch Portugals zu festigen.

Gil Eanes – nach dem Kap Bojador ist die Seefahrt nicht zu Ende

Der portugiesische Entdecker wurde vermutlich in Lagos an der Algarve geboren. Er stand im Dienste von Heinrich des Seefahrers. Entgegen der Vermutungen waren das Kap Bojador an der südlichen Küste Marokkos befahrbar. Gefahren wie Sandbänke, Nebel und Untiefen ließen befürchten, dass Gil Eanes das Kap nicht umfahren könne.

Ein Denkmal in Lagos erinnert noch heute an Gil Eanes Wirken für die Seefahrernation Portugals.

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