Gesundheitssystem in Portugal

»Saúde! Auf die Gesundheit!« – das portugiesische Gesundheitssystem hat sich seit 2024 grundlegend verändert. Was bedeutet das für dich als Tourist oder langfristigen Portugal-Fan? Hier erfährst du alles über die aktuellen Entwicklungen, die auch dich betreffen könnten.
Portugal Gesundheitssystem
Das Gesundheitswesen in Portugal gehört zu den besten der Welt ( © Aleksandar Mijatovic / Adobe Stock )

Die große Gesundheitsreform: Portugal organisiert sich neu

Seit Januar 2024 ist nichts mehr wie früher. Das portugiesische Gesundheitssystem wurde komplett umgekrempelt und in 39 lokale Gesundheitseinheiten (Unidades Locais de Saúde, ULS) neu organisiert.

Die fünf bisherigen Regionalverwaltungen? Geschichte. Jetzt vereint jede ULS Hausarztpraxen, Krankenhäuser und Langzeitpflege unter einem gemeinsamen Management.

Das Ziel klingt gut: weniger Doppeluntersuchungen, bessere Koordination zwischen den Ärzten. Ob das in der Praxis funktioniert, wird sich zeigen – erste Evaluierungen laufen bereits.

Neue Regeln für Touristen seit Dezember 2024

Jetzt wird es für dich interessant: Eine Gesetzesnovelle vom Dezember 2024 hat den bislang nahezu freien Zugang zum portugiesischen Gesundheitssystem für nicht in Portugal lebende Ausländer beendet.

Konkret heißt das: Als Tourist musst du jetzt – abgesehen von echten Notfällen – eine private Krankenversicherung nachweisen, sonst wird’s richtig teuer.

Die Regierung will damit den missbräuchlichen Gesundheitstourismus stoppen. Für dich bedeutet das: Eine gute Auslandsreisekrankenversicherung ist nicht mehr nur empfehlenswert, sondern praktisch unverzichtbar geworden.

Die Kosten explodieren

Portugal gibt immer mehr für Gesundheit aus: 2.733,90 Euro pro Kopf waren es 2024 – über 8 % mehr als 2023. Insgesamt flossen 29,2 Milliarden Euro ins System, was 10,2 % des Bruttoinlandsprodukts entspricht.

Zum Vergleich: 2017 waren es noch rund 2.600 Euro pro Person. Diese Steigerung ist ein klares Zeichen dafür, dass das System unter enormem Druck steht.

Private Krankenversicherungen boomen

Kein Wunder, dass immer mehr Portugiesen auf private Zusatzversicherungen setzen. Ende 2024 hatten bereits rund 4 Millionen Menschen eine private Krankenversicherung – doppelt so viele wie vor 15 Jahren. Die Branche rechnet bis 2033 mit jährlichen Prämiensteigerungen von durchschnittlich 9,5 %.

Der Grund ist simpel: Die Wartezeiten im öffentlichen System werden immer länger, und wer es sich leisten kann, weicht auf private Anbieter aus.

Personalmangel wird zum Albtraum

Das portugiesische Gesundheitssystem ächzt unter Personalmangel. Die Zahlen sind alarmierend:

  • 1,56 Millionen Patienten haben keinen zugewiesenen Hausarzt (Stand: März 2025)
  • 2024 wurden 17,9 Millionen Überstunden geleistet – Kosten: 465 Millionen Euro
  • über 2.700 Ärzte haben zwischen 2022 und 2024 das Land verlassen

In den Notaufnahmen entstehen teilweise Wartezeiten von über 30 Stunden. Mehrere Notfallstationen mussten zeitweise schließen, weil schlichtweg das Personal fehlte.

Gewalt gegen Gesundheitspersonal nimmt zu

Ein trauriges Kapitel: 2024 wurden mehr als 2.500 Gewaltvorfälle gegen Gesundheitspersonal gemeldet – 9 % mehr als 2023. Darunter waren ca. 1.700 psychische und 580 physische Übergriffe. Die Folge: 1.185 zusätzliche Fehltage in einem ohnehin überlasteten System.

Seit dem 18. April 2025 gilt in Portugal ein neues Gesetz, das härtere Strafen für Angriffe auf Polizei, Feuerwehr, Lehrkräfte, medizinisches Personal, Journalisten und andere öffentliche Bedienstete vorsieht. Solche Übergriffe gelten nun als Offizialdelikte, d. h., sie werden auch ohne Anzeige der Opfer strafrechtlich verfolgt.

Die Strafen reichen bis zu acht Jahre Haft bei schwerer Gewalt. Auch das Bewerfen von Einsatzfahrzeugen ist nun strafbar. Zudem sind Opfer künftig von Gerichtsgebühren befreit. Ziel ist ein verbesserter rechtlicher Schutz aller im öffentlichen Dienst Tätigen.

Digitalisierung als Hoffnungsträger

Ein Lichtblick: Portugal investiert massiv in die Digitalisierung. Über 80 % der öffentlichen Krankenhäuser bieten inzwischen Telekonsultationen an. Der Wiederaufbauplan stellt 300 Millionen Euro für digitale Gesundheitslösungen bereit.

Neue Regulierungen für Telemedizin sind bereits in Kraft und sollen Patientenrechte stärken sowie den Datenschutz gewährleisten.

Portugals Gesundheitssystem im internationalen Vergleich

Die Herausforderungen spiegeln sich auch in internationalen Rankings wider. Im World Index of Healthcare Innovation 2024 rutschte Portugal auf Rang 23 ab – der EU-Durchschnitt liegt bei Rang 17.

Auch im Numbeo Health Care Index 2025 steht das Land nur auf Platz 23 weltweit.

Was bedeutet das für dich als Tourist?

Deine Krankenversicherung in Portugal

  • Als gesetzlich Versicherter:
    Deine EHIC-Karte (auf der Rückseite deiner Versicherungskarte) gilt weiterhin für medizinische Notfälle in öffentlichen Einrichtungen. Aber Achtung: Die Definition von »Notfall« könnte strenger ausgelegt werden als früher.
  • Als privat Versicherter:
    Mit deinem »Certificate of Entitlement« bist du weiterhin im ersten Monat abgesichert. Rechne mit folgenden Kosten:
    • Zahnarzt: ca. 40 Euro pro Behandlungsstunde
    • Facharzt: ca. 60–90 Euro plus Material und Medikamente
  • Auslandsreisekrankenversicherung wird zur Pflicht:
    Angesichts der neuen Regelungen ist eine zusätzliche Reisekrankenversicherung praktisch unverzichtbar geworden. Gute Policen gibt es bereits ab 10 Euro pro Jahr – eine Investition, die sich lohnt.

Vor der Behandlung: Kostenübernahme klären

Informiere deine Versicherung vor jeder Behandlung telefonisch. Bei größeren Eingriffen frage nach einer direkten Kostenabwicklung mit dem Krankenhaus.

Krankenversicherung in Portugal: Kosten und Optionen im Überblick

Die Frage nach der richtigen Krankenversicherung ist der Punkt, an dem sich für die meisten alles entscheidet – egal, ob du zwei Wochen an die Algarve fährst oder mit dem Gedanken spielst, ganz nach Portugal zu ziehen. Und die Antwort hängt komplett davon ab, in welche der folgenden Gruppen du fällst.

Als Tourist und Kurzurlauber

Für einen normalen Urlaub reicht deine EHIC-Karte für echte Notfälle in öffentlichen Einrichtungen – aber seit der Gesetzesnovelle vom Dezember 2024 solltest du dich darauf nicht mehr allein verlassen. Eine gute Auslandsreisekrankenversicherung ist praktisch Pflicht geworden.

Die gibt es schon ab rund 10 Euro pro Jahr, und sie übernimmt genau das, was die EHIC nicht abdeckt: privatärztliche Behandlung, kürzere Wartezeiten und im Ernstfall den Rücktransport nach Deutschland.

Wichtig zu wissen: Solche deutschen Reisepolicen gelten meist nur für begrenzte Aufenthalte von einigen Wochen bis maximal sechs Monaten – als Dauerlösung taugen sie nicht.

Als Rentner oder Auswanderer mit dauerhaftem Wohnsitz

Hier kommt der wichtigste Baustein ins Spiel, den viele nicht auf dem Schirm haben: das Formular S1. Wenn du eine deutsche gesetzliche Rente beziehst und deinen Wohnsitz nach Portugal verlegst, hast du als EU-Bürger Anspruch auf Aufnahme in das portugiesische Gesundheitssystem SNS.

Das Formular S1 beantragst du vor deinem Umzug bei deiner deutschen Krankenkasse und reichst es anschließend bei der portugiesischen Sozialversicherung ein. Ab dann bist du im SNS registriert und wirst behandelt wie ein portugiesischer Staatsbürger – die Kosten trägt weiterhin deine deutsche Krankenversicherung. Mehr zum großen Ganzen findest du in unserem Ratgeber zum Auswandern nach Portugal.

Ein Detail, das bares Geld und Ärger sparen kann: Kümmere dich rechtzeitig um das S1 und die Registrierung. Ohne diesen Schritt landest du im Zweifel in der teuren Privatabrechnung, obwohl dir eigentlich der öffentliche Zugang zusteht.

Private Krankenversicherung als Ergänzung

Ob als Tourist, Auswanderer oder Rentner – viele kombinieren ihre Grundabsicherung mit einer privaten portugiesischen Zusatzversicherung. Der Grund ist der gleiche, der auch immer mehr Portugiesen in die Privatversicherung treibt: die langen Wartezeiten im öffentlichen System. Mit einer privaten Police kommst du schneller an Facharzttermine, in modernere Kliniken und zu englisch- oder teils deutschsprachigem Personal.

Was das kostet, hängt stark von Alter, Gesundheitszustand und Leistungsumfang ab. Zur groben Orientierung:

  • Basistarife für junge, gesunde Personen: ab etwa 20 Euro pro Monat, günstige Einsteigertarife teils sogar darunter
  • Umfangreichere Tarife mit breiter Facharzt- und Klinikabdeckung: meist zwischen 20 und 100 Euro pro Monat
  • Familientarife (Paar mit Kindern): ab rund 100 Euro pro Monat, je nach Zahl und Alter der Mitversicherten deutlich mehr
  • Ältere Versicherte zahlen spürbar mehr – hier lohnt sich ein genauer Vergleich der Tarife besonders

Ein ehrlicher Hinweis: Die Prämien steigen. Der Branchenschnitt kletterte in den vergangenen Jahren deutlich, und die Aufsichtsbehörde rechnet auch für die kommenden Jahre mit weiteren Erhöhungen. Was heute günstig aussieht, kann in ein paar Jahren anders kalkuliert sein. Vergleiche also nicht nur den Einstiegspreis, sondern schau dir auch die Entwicklung und die Leistungen genau an.

Die Struktur des portugiesischen Gesundheitssystems

Die ULS-Revolution hat das portugiesische Gesundheitssystem grundlegend verändert. Hier ein Überblick über die wichtigsten Strukturen – auch für dich als Besucher relevant:

Die 39 lokalen Gesundheitseinheiten (ULS)

Seit Januar 2024 ist Portugal in 39 Unidades Locais de Saúde (ULS) unterteilt. Diese lokalen Gesundheitseinheiten vereinen Hausärzte, Krankenhäuser und Spezialdienste unter einem Dach. Für dich heißt das: kürzere Wege und bessere Koordination zwischen den Behandlungen – zumindest in der Theorie.

Primärversorgung: Wo du als Erstes hingehst

Centros de Saúde sind die erste Anlaufstelle – vergleichbar mit deutschen Hausarztpraxen. Sie sind in folgende Typen gegliedert:

  • USF (Unidades de Saúde Familiar) – moderne Familiengesundheitszentren:
    • Modell A: klassisch mit festen Gehältern
    • Modell B: leistungsbasiert, meist besser ausgestattet
    • Modell C: privat betrieben, aber SNS-finanziert (neu seit 2024)
  • UCSP – klassische Gesundheitszentren
  • UCC – für gemeindenahe, integrierte Versorgung

Krankenhäuser: Von Basis- bis Spitzenmedizin

Die Krankenhauslandschaft ist dreistufig aufgebaut:

  • Lokale Krankenhäuser: in jeder ULS integriert, für Standardbehandlungen
  • Zentros Hospitalares: große Zentren mit spezialisierten Abteilungen, z. B.:
    • Centro Hospitalar Universitário de Lisboa Central – 1.500 Betten
    • Centro Hospitalar Universitário do Porto – 1.100 Betten
  • Spitzenzentren: Drei Onkologie-Institute (IPO) in Lissabon, Porto und Coimbra für Krebsbehandlungen auf Weltklasse-Niveau

Für dich als Tourist besonders wichtig:

Die beste Versorgung findest du in:

  • privaten Kliniken – moderne Ausstattung, kurze Wartezeiten
  • großen öffentlichen Zentren in Lissabon, Porto, Faro, Évora und Portimão
  • Universitätskliniken, wenn eine komplexere Behandlung nötig ist

Besondere Subsysteme

  • ADSE – für 1,3 Mio. Staatsbedienstete
  • SAMS – für Beschäftigte bestimmter Branchen
  • Weitere branchenspezifische Systeme (Banken, Versicherungen etc.)

Diese sind für dich als Tourist nicht relevant, erklären aber, warum einige Portugiesen bevorzugt behandelt werden.

Deutschsprachige Ärzte in Portugal finden

Im Krankheitsfall ist es beruhigend, sein Anliegen in der eigenen Sprache schildern zu können, gerade dann, wenn es um mehr als eine Erkältung geht.

Die gute Nachricht: In Portugal gibt es ein umfangreiches privatärztliches System, und deutschsprachige Ärzte sind vor allem in den Regionen mit vielen deutschen Urlaubern und Auswanderern gut vertreten.

Wo du am ehesten fündig wirst

  • Algarve: die klare Nummer eins. In und um Faro, Portimão, Lagos, Albufeira und Loulé gibt es zahlreiche deutschsprachige Praxen – von Allgemeinmedizin über Zahnärzte bis zu Fachärzten. Die privaten Krankenhäuser (Hospital Particular) stehen der Versorgung aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kaum nach.
  • Großraum Lissabon: als Hauptstadtregion mit großer internationaler Community ebenfalls gut versorgt.
  • Raum Porto und Nordportugal: etwas dünner, aber auch hier gibt es deutschsprachige Anlaufstellen.

So findest du die passende Adresse

Die verlässlichste und aktuellste Quelle ist die Ärzteliste der Deutschen Botschaft in Lissabon. Sie ist nach Facharztgruppen gegliedert, alphabetisch sortiert und wird regelmäßig aktualisiert – getrennt für die Räume Algarve, Lissabon und Porto.

Die Botschaft weist ausdrücklich darauf hin, dass die Liste keine vollständige Aufzählung ist, sondern eine repräsentative Auswahl ohne Gewähr. In der Regel handelt es sich um Privatpraxen, du gehst also in Vorleistung und reichst die Rechnung anschließend bei deiner Versicherung ein.

Ein praktischer Tipp für Algarve-Urlauber: In der Sommersaison von Juli bis September kannst du dich in mehreren saisonalen Strand-Gesundheitsstationen entlang der Küste unkompliziert untersuchen lassen – ideal für die kleinen Wehwehchen, für die sich der Weg ins Krankenhaus nicht lohnt.

Gesundheitsversorgung auf Madeira und den Azoren

Die beiden Inselregionen gehören zwar zum portugiesischen SNS, werden aber über eigene regionale Gesundheitsdienste organisiert.

Für dich als Reisenden heißt das vor allem: Die Grundversorgung ist solide, aber überschaubarer als auf dem Festland, und für hochspezialisierte Behandlungen geht es im Zweifel aufs Festland.

Madeira

Die Insel Madeira ist über zahlreiche Gesundheitszentren (Centros de Saúde) versorgt, die in jeder größeren Stadt zu finden sind. Das zentrale öffentliche Krankenhaus ist das Hospital Dr. Nélio Mendonça in Funchal mit rund um die Uhr besetzter Notaufnahme.

Dazu kommen mehrere Privatkliniken, allen voran das Hospital Particular da Madeira, das ebenfalls einen 24-Stunden-Notdienst bietet.

Die kleine Nachbarinsel Porto Santo hat lediglich ein Gesundheitszentrum – im Ernstfall ist Funchal aber per Kurzflug in gut 20 Minuten erreichbar.

Zwei Dinge solltest du für Madeira im Kopf behalten: Mit der EHIC bekommst du in staatlichen Einrichtungen die Notfallversorgung, privatärztliche Behandlungen zahlst du dagegen zunächst selbst.

Und: Anders als der Rest Portugals ist Madeira kein malariafreies Selbstverständnis in Sachen Mücken – hier kann in seltenen Fällen Dengue-Fieber übertragen werden. Mückenschutz gehört also ins Gepäck.

Azoren

Auf den Azoren ist die Versorgung insgesamt gut, aber naturgemäß nicht mit deutschen Ballungsräumen vergleichbar. In den größeren Orten gibt es Gesundheitszentren mit durchgehendem Behandlungsdienst (Serviço de Atendimento Permanente). Die drei zentralen Krankenhäuser mit Notaufnahme verteilen sich auf die Hauptinseln:

Das medizinische Personal spricht in den meisten Fällen auch Englisch. Ein wichtiger Praxistipp für alle Inselreisen: Wenn du auf bestimmte Medikamente angewiesen bist, nimm einen ausreichenden Vorrat von zu Hause mit – die Apotheken sind zwar gut verteilt, spezielle Präparate aber nicht überall sofort verfügbar.

Die Azoren selbst sind übrigens malaria- und denguefrei; das Dengue-Risiko besteht nur auf Madeira.

Gesundheitstipps für Portugal-Reisende

Impfungen

Pflichtimpfungen gelten nur für Madeira und die Azoren (Gelbfieber), wenn du aus einem Gelbfieber-Gebiet einreist. Ansonsten gelten die üblichen Empfehlungen: Tetanus, Diphtherie sowie Hepatitis A und B bei Langzeitaufenthalten.

Essen und Trinken

Leitungswasser ist trinkbar. Bei heißem Wetter sei vorsichtig mit Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten – sie sollten gut durchgegart sein. Eis und Mayonnaise nur frisch und gut gekühlt genießen.

Apotheken und Medikamente

Öffnungszeiten und Verfügbarkeit

Portugiesische Apotheken (Farmácias) haben großzügigere Öffnungszeiten als in Deutschland – viele schließen erst um 19 Uhr. Das ist praktisch, wenn du nach einem Strandtag noch schnell etwas brauchst.

Am Wochenende und nachts findest du Notdienst-Apotheken über das grüne Kreuz-System: Ein leuchtend grünes Kreuz zeigt dir, welche Apotheke gerade Bereitschaftsdienst hat.

Preise

Hier kommt eine gute Nachricht: Rezeptfreie Medikamente sind deutlich günstiger als in Deutschland. Schmerzmittel, Erkältungspräparate und Magentabletten kosten oft nur die Hälfte. Auch Sonnencreme und andere Apothekenprodukte schonen dein Reisebudget.

Praktische Tipps

  • Das Personal spricht oft etwas Englisch, besonders in touristischen Gebieten.
  • Bei verschreibungspflichtigen Medikamenten brauchst du ein portugiesisches oder EU-Rezept.
  • Deutsche Medikamentennamen kennst du vielleicht unter anderen Bezeichnungen – lass dir helfen.

Notfall-Kontakte

Ausblick: Was bringt die Zukunft?

Die Regierung plant weitere Reformen:

  • Einführung einer Facharztausbildung »Notfallmedizin«
  • Anreize für Hausärzte in unterversorgten Regionen
  • Ausbau von Public-Private-Partnerships
  • Digitale Gesundheitsanwendungen nach deutschem Vorbild

Ob diese Maßnahmen die aktuellen Probleme lösen können, bleibt abzuwarten. Für dich als Portugal-Fan gilt: Bleib informiert und sorge für eine gute Absicherung.

Kleines Glossar: Portugiesische Gesundheitsbegriffe

Im Wartezimmer, auf Formularen oder am Empfang begegnen dir immer wieder dieselben portugiesischen Begriffe. Wer sie kennt, findet sich deutlich schneller zurecht:

  • SNS (Serviço Nacional de Saúde): der staatliche Gesundheitsdienst – das portugiesische Pendant zur gesetzlichen Grundversorgung.
  • ULS (Unidade Local de Saúde): lokale Gesundheitseinheit. Seit der Reform 2024 ist Portugal in 39 solcher Einheiten gegliedert, die Hausärzte, Krankenhäuser und Pflege unter einem Dach bündeln.
  • Centro de Saúde: das örtliche Gesundheitszentrum, vergleichbar mit einer deutschen Hausarztpraxis und meist die erste Anlaufstelle.
  • Hospital: das Krankenhaus. Ein Hospital Particular ist ein privates Krankenhaus, die Urgências sind die Notaufnahme.
  • Farmácia: die Apotheke, erkennbar am grünen Kreuz. Ein leuchtendes grünes Kreuz zeigt den Nacht- und Wochenenddienst an.
  • Utente / Número de utente: die Nutzer- bzw. Patientennummer im SNS. Ohne sie läuft bei einer Registrierung im System kaum etwas.
  • Saúde: Gesundheit – und gleichzeitig der Trinkspruch »zum Wohl«.

Fazit: Vorbereitung ist alles

Das portugiesische Gesundheitssystem durchläuft derzeit einen historischen Wandel. Als Tourist bist du davon direkt betroffen – eine gute Auslandsreisekrankenversicherung ist nicht mehr nur empfehlenswert, sondern praktisch Pflicht.

Trotz aller Herausforderungen bleibt Portugal ein wunderschönes Reiseziel mit einem grundsätzlich menschlichen und solidarischen Gesundheitssystem. Mit der richtigen Vorbereitung steht deinem Portugal-Aufenthalt nichts im Wege.

Letzte Aktualisierung: August 2026

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