Die Grenze zwischen Portugal und Spanien

Spanien ist das einzige Land mit Portugal über eine gemeinsame Landesgrenze verfügt. Diese existiert allerdings in großen Teilen bereits seit 1297 und ist damit eine der ältesten Grenzen der Welt.
Grenze Portugal Spanien
Die portugiesisch-spanische Grenze ( Ivo Filipe / Shutterstock.com )

A Raia – der Streifen

A Raia (spanisch la Raya) wird die 1.214 Kilometer lange Grenze zwischen Portugal und Spanien genannt. Mit dem Vertrag von Alcañices am 12. September 1297 wurde die Grenze zwischen Portugal und Kastilien offiziell festgelegt. Der zwischen dem portugiesischen König Dionysius und König Ferdinand IV. von Kastilien geschlossene Friedensvertrag beendete eine Reihe kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen beiden Ländern.

Heute ist die Grenze zwischen Portugal und Spanien die älteste existierende ihrer Art innerhalb der Europäischen Union.

Der Grenzstreit von Olivenza

18 Kilometer der Grenze sind bis heute nicht endgültig geklärt. Zwischen dem Rio Caia und dem Ribeira de Cuncos liegt die spanische Stadt Olivença (portugiesisch Olivenza). Sie gehört zur Provinz Badajoz in der Autonomen Gemeinschaft Extremadura.

Die Geschichte des Grenzstreits beginnt 1297 mit dem Vertrag von Alcañices, laut dem Kastilien Olivenza an Portugal abgetreten hat.

Im Orangen-Krieg (Guerra das Laranjas) im Jahr 1801 wurde die Stadt kurze Zeit später von spanischen Truppen besetzt und im Frieden von Badajoz wiederum an Spanien abgetreten.

Spanien hält diesen Vertrag bis heute für gültig, während die Portugiesen den Spaniern einen Vertragsbruch vorwarfen, als sie während der Napoleonischen Kriege 1807 von Spanien angegriffen wurden.

Nach Artikel 105 des Wiener Kongresses von 1815 sollten die Grenzen zwischen beiden Ländern in der Gegend um Olivenza wie 1297 im Vertrag von Alcañices festgelegt verlaufen.

Portugal hat bis heute allerdings nie förmlich Anspruch auf Olivenza erhoben und auch niemals die spanischen Ansprüche anerkannt. So ist die Hoheitsfrage bis heute ungeklärt und wird das wohl auch bleiben. Keine der beiden Regierungen hat Interesse den Status quo zu ändern.

Wichtige Orte an der portugiesisch-spanischen Grenze

Die größte Grenzstadt ist Badajoz auf der spanischen Seite. Direkt gegenüber liegt die portugiesische Kleinstadt Elvas, deren Festungsanlagen zum Weltkulturerbe der UNESCO gehören.

Im Süden sind die beiden Küstenstädte Vila Real de Santo António (Portugal) und Ayomonte (Spanien) nur durch den Grenzfluss Guadiana getrennt. Weitere Grenzstädte an der portugiesischen Algarve sind Castro Marim und Alcoutim.

Der Großteil der West-Ost-Grenze zwischen Portugal und Spanien ist unbewohnt. An der Grenze befinden sich einige Naturparks wie der Parque Natural do Vale do Guadiana, der Parque Natural da Serra de São Mamede, der Parque Natural do Douro Internacional und der Parque Natural de Montesinho (alle Portugal) oder die Naturparks auf spanischer Seite (Parque Natural Tajo Internacional und Parque Natural de Arribes del Duero).

Im Norden von Portugal grenzt der Nationalpark Peneda-Gerês an Spanien. Beide Länder werden hier ein gutes Stück durch den Rio Minho getrennt. Interessante Städte sind Valença und Caminha auf portugiesische Seite sowie Salvaterra de Miño und Tui in Spanien.

Die Grenzflüsse

Drei große Flüsse bilden teilweise die Grenze zwischen Portugal und Spanien. Im Norden ist es der Rio Minho, im Nordwesten der Rio Douro und im Süden der Rio Guadiana.

In seinem Unterlauf bildet der Minho auf 70 Kilometern die nördliche Grenze beider Länder. Der Douro bildet auf 112 Kilometer Länge die spanisch-portugiesische Grenze im Nordwesten, bevor er weiter bis nach Porto fließt, wo er wenige Kilometer weiter in den Atlantik mündet.

Im Süden Portugals trennt der Guadiana die Regionen Alentejo und Algarve auf portugiesischer Seite von den Regionen Extremadura und Andalusien in Spanien.

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