Naturpark Arrábida

Berge und Meer: Der Naturpark Arrábida ist ein Juwel vor den Toren Lissabons und lockt mit verschwiegenen Strandbuchten, einer Steilküste und grünen Bergen bis ans Meer. Und das Beste: Um ihn zu erreichen brauchst du gerade mal 30 Minuten mit dem Auto von Lissabon.
Naturpark Arrábida Portugal
Herrlicher Blick in den Naturpark Arrábida bei Lissabon ( Ricardo Perna / Shutterstock.com )

Naturparadies in der Nähe Lissabons

Der Naturpark Arrábida (offiziell: Parque Natural da Arrábida) liegt zwischen den beiden Städten Setúbal und Sesimbra, direkt am Atlantischen Ozean, auf der Halbinsel von Setúbal (Península de Setúbal). Bis in die portugiesische Hauptstadt Lissabon sind es nur knapp 35 km.

Von den 17.000 Hektar sind ganze 5.000 Hektar geschützte Meereszone. Besonders interessant ist das Gebiet um Cabo Espichel. Im Inneren des Parks verläuft das Gebirge Serra da Arrábida, im Süden schließt sich das Naturschutzgebiet Estuário do Sado an. Der Tejo bietet eine natürliche Grenze zur Stadt, dadurch ist der Naturpark von Touristen nicht so überlaufen wie etwa der Naturpark Sintra-Cascais.

Allerdings ist der Naturpark auch kein Geheimtipp mehr und besonders in den Sommermonaten kann es an den schönen Stränden etwas voller werden. Dies liegt auch an der geografischen Lage des Naturparks: Die Küste verläuft entlang der südlichen Flanke der Halbinsel und ist den hohen Wellen und starken Strömungen des Atlantiks nicht so ausgesetzt wie die Westküste und die Strände nahe Lissabon.

Warum lohnt sich eine Fahrt hierher? Der Naturpark Arrábida beeindruckt vor allem durch seine schönen Landschaften sowie seine Flora und Fauna mit vielen seltenen und geschützten Arten. Einige Strände genießen Weltruf und auch die Orte entfalten ihren Reiz.

Zahlreiche Mikroklimata

Im Naturpark Arrábida herrschen aufgrund der geografischen Bedingungen mit Bergen und Meer viele verschiedene Mirkoklimata. Überwiegend ist das Klima jedoch mediterran mit heißen trockenen Sommern und milden Wintern. Es erinnert an die Adria und Dalmatien.

Im Norden des Naturparks Arrábida ist es etwas feuchter, schattiger und kühler als im Süden. Auch die Nordhänge der Serra da Arrábida haben ein anderes Klima als jene, die nach Süden ausgerichtet sind.

Du findest also auf engem Raum ganz unterschiedliche klimatische Bedingungen und damit auch Pflanzen und Tiere vor. Das macht den Park so interessant. An der Küste kann es zu Nebelbildung kommen, was vor allem die Autofahrer interessiert.

Flora & Fauna Naturpark Arrábida

Im Naturpark herrscht ein wahrer Pflanzenreichtum. Hier findest du z.B. die letzten Macchien in Portugal. Unter den zahlreichen – oft endemischen Pflanzen, die nur hier wachsen – spielen die Orchideen eine herausragende Rolle. In ganz Portugal findest du 45 bis 55 verschiedene Orchideenarten, davon wachsen 30 Sorten im Naturpark Arrábida.

Im Frühjahr sind die Kalksteinhänge der Serra übersät mit wilden Narzissen. Den Baumbestand dominieren Eichen, Oliven und Johannisbrotbäume. Ansonsten ist die Vegetation mediterran.

Zahlreiche Tiere – Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere – bevölkern den geschützten Park. An Säugetieren sind vor allem Füchse, Frettchen, Ginsterkatzen und Kaninchen zu nennen, eher selten sind Wildkatzen und Wiesel zu sehen.

An den Decken der Felshöhlen hängen riesige Kolonien von Fledermäusen. Bei den Vögeln stechen Habichtsadler, der Wanderfalke und der Uhu sowie Amseln, Nachtigallen und Kernbeißer hervor.

Mehr über die Flora und Fauna erfährst du im Ozeanografischen Museum (Museu Oceanográfico), in der Nähe vom Praia de Portinho.

Meerespark Arrábida-Espichel

Ein Höhepunkt des Naturparks Arrábida ist der Meerespark. Er liegt vor der 38 Kilometer langen Küste zwischen dem Strand von Figueirinha und dem Kap Espichel.

Fischen und Angeln ist hier entweder ganz verboten oder in bestimmten Zonen eingeschränkt erlaubt.

Auch das ruhige Meer mit glasklarem Wasser ist mit verantwortlich für den ungeheuren Artenreichtum von Meerestieren und Unterwasserpflanzen: Mehr als 1.000 Arten sind hier heimisch. Felsen und Höhlen am Fuß der Steilküste wechseln sich ab mit sandigen Meeresböden bis in ein Tiefe von 100 Metern. Hier können Fische, Schalentiere und Seeanemonen ungestört wachsen und laichen. Besonders häufig sind Seesterne, Seeigel und Krustentiere zu sehen.

Was kannst du im Naturpark Arrábida unternehmen?

Würde man erst mal nicht vermuten: Der Naturpark Arrábida ist ein Paradies für Höhlenforscher. Du findest hier einige der schönsten Höhlen Portugals und sogar weltweit vor. Die sehenswertesten und bekanntesten Höhlen findest du am Kap Espichel, in der Serra da Azoia, Serra dos Pinheirinhos und Serra da Arrábida sowie am Cavalo e Achada vor, um nur einige zu nennen.

Wen es nicht so in die Tiefe zieht, der besucht die zahlreichen Sehenswürdigkeiten, die im ganzen Park verstreut liegen. Hierzu gehören das Forte de São Filipe in Setúbal, das Forte de Santa Maria in Portinho da Arrábida oder das Forte Santiago Outão. Dazu kommen zahlreiche Klöster und Einsiedeleien. Tatsächlich war die Gegend schon zur Altsteinzeit bewohnt – Höhlen und Kultstätten zeugen von der damaligen Besiedlung.

Der Park Arrábida ist vor allem für seine schöne Natur und Sehenswürdigkeiten bekannt. Wer möglichst viel davon sehen möchte, orientiert sich an vorgeschlagenen Routen: Sie verbinden die schönsten Orte im Park miteinander. Empfehlenswert sind die Weinroute (Rota de Vinhos da Península de Setúbal), die Gastronomische Route und die Historische Route.

Die Straße Estrada de Escarpa (N379-1) gilt als eine der landschaftlich schönsten Strecken in Portugal. Auf einer Länge von 15 Kilometern überrascht sie mit immer neuen Ausblicken auf die Klippen.

Auf markierten Wanderwegen kannst du den Naturpark Arrábida erkunden. Die Gegend ist ebenfalls gut zum Klettern, Trailrunning, Mountainbiken und Bergsteigen geeignet. Das Betreten einiger Zonen ist allerdings nur mit einem Führer erlaubt. Auf Nummer sicher gehst du mit einer Tour oder einer geführten Wanderung.

Nicht versäumen:

  • Burg von Palmela
  • Convento da Arábida
  • Mirador da Santa ou Arremula
  • Portinho da Arrábida
  • Leuchttum Cabo Espichel

Schöne Strände im Naturpark Arrábida

Auch Strandliebhaber kommen im Naturpark Arrábida voll auf ihre Kosten: Praia de Albarquel, Praia da Figueirinha, Praia de Galapos, Praia de Galapinhos, Praia dos Coelhos, Praia do Creiro, Praia do Portinho da Arrábida und Praia de Alpertuche zählen zu den schönsten.

Die naturbelassenen Strände sind von außergewöhnlicher Schönheit und versprechen 1A-Umweltqualität. So wurde Praia de Galapinhos 2017 bei einem weltweiten Wettbewerb zum schönsten Strand Europas gewählt. Einige wenige Strände sind nur zu Fuß erreichbar und möglicherweise schwer zugänglich.

Tagesausflüge in den Naturpark Arrábida

Für einen Tagesausflug kannst du verschiedene Touren von Lissabon, Sesimbra oder Setúbal buchen. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Delfinbeobachtungstour, einer Kajak-Tour oder einer Rundreise über die ganze Halbinsel?

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Anreise

Der Naturpark Arrábida liegt nur 35 km von Lissabon entfernt, für die du rund 30 Fahrminuten benötigst. Er ist nur mit dem Auto – eigenem Fahrzeug oder Mietwagen – zu erreichen. Öffentliche Verkehrsmittel wie Busse und Bahnen gibt es nicht.

Ein Auto bietet auch den Vorteil, dass du den Naturpark auf vielfältige Weise erkunden kannst. Sehenswert in der Nähe des Naturparks ist das Naturschutzgebiet Estuário do Sado. Zum Picknicken bietet sich der Park Merendas do Alambre an.

Fazit: Der Naturpark Arrábida ist mehr als einen Besuch wert – hier kannst du einen ganzen Urlaub verbringen und das zu jeder Jahreszeit. Egal, ob du lieber charmante Orte und historische Gebäude erkundest, ein Natur- und Vogelliebhaber bist oder von einem tollen Strand aus Delfine beobachten oder Tauchen möchtest. Im Naturpark Arrábida bist du richtig!

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