Portugiesische Fußball-Nationalmannschaft

Die Fußball-Nationalmannschaft Portugals gehört zu den besten der Welt, konnte aber die Erwartungen bei wichtigen Turnieren nur selten erfüllen. Erst bei der EM 2016 in Frankreich holte sich die »Seleção Portuguesa de Futebol« endlich den lang ersehnten Titel.
Portugal Fußball Nationalmannschaft
Die portugiesische Fußball-Nationalmannschaft bei der EM 2016 in Frankreich ( Marco Iacobucci EPP / Shutterstock.com )

Erfolge, Titel & berühmte Spieler

Ein Titel bei großen Fußballturnieren war Portugal lange Zeit nicht vergönnt. Meistens als Geheimfavorit gestartet, scheiterten die Portugiesen oftmals – vor allem bei Weltmeisterschaften – an ihren eigenen Erwartungen.

An großen Spielern hat es dabei nie gemangelt: Eusébio, Luís Figo, Cristiano Ronaldo & Co. gehörten und gehören zu den größten Fußballern ihrer Generationen.

Als fast schon keiner mehr an den Erfolg glaubte, gelang der portugiesischen Nationalmannschaft bei der Fußball-Europameisterschaft 2016 endlich der große Wurf. Im Finale wurde Gastgeber Frankreich mit 1:0 nach Verlängerung besiegt.

Und im Juni 2025 krönte sich Portugal in Deutschland unter dem Trainer Roberto Martínez zum Sieger der UEFA Nations League – als erste Nation mit zwei Titeln in diesem Wettbewerb.

Roberto Martínez bringt Portugal zurück an die Spitze

Seit Januar 2023 führt der spanische Trainer Roberto Martínez die portugiesische Nationalmannschaft und hat bereits Geschichte geschrieben. Nach der enttäuschenden Euro 2024, bei der Portugal torlos im Viertelfinale gegen Frankreich ausschied, folgte die perfekte Antwort: der sensationelle Triumph bei der Nations League 2025.

Im dramatischen Finale gegen Spanien in München gewann Portugal 5:3 im Elfmeterschießen, nachdem es 2:2 unentschieden gestanden hatte. Martínez’ taktische Flexibilität und seine Philosophie des »Spieler über System« zeigten sich in flüssigen Formationswechseln zwischen 4-3-3 und 3-4-3.

Besonders bemerkenswert: Cristiano Ronaldo brach mit 40 Jahren im Halbfinale gegen Deutschland endlich seinen persönlichen »Fluch« und erzielte das entscheidende Tor beim 2:1-Sieg – sein erstes Tor gegen Deutschland seit dem Jahr 2000.

Geschichte der portugiesischen Fußball-Nationalmannschaft

Das erste Länderspiel Portugals fand am 18. Dezember 1921 in Madrid gegen Spanien statt. Das Spiel ging mit 1:3 verloren und war der Auftakt einer besonderen Rivalität zwischen den beiden Nachbarn. Das erste Tor für Portugal erzielte ein gewisser Alberto Augusto per Handelfmeter.

In den Jahrzehnten danach war von Portugal auf der großen Fußballbühne nicht viel zu sehen. Man konnte sich erstmals 1966 für eine WM-Endrunde qualifizieren. Dort allerdings landete das portugiesische Team auf Anhieb auf dem dritten Platz, was vor allem an Eusébios Treffsicherheit (9 Tore) lag.

In den weiteren Jahren danach konnte sich Portugal nur einmal für eine weitere Weltmeisterschaft qualifizieren (1986). Seit 2002 ist das Team aber jedes Mal dabei gewesen.

Der Verlauf bei Europameisterschaften ist ähnlich. An der Endrunde – die seit 1960 ausgetragen wird – nahm Portugal bis 1996 nur einmal teil. Danach war man aber immer qualifiziert und meistens recht erfolgreich.

Statistiken

Erstes Länderspiel:

Spanien vs. Portugal 3:1 (Madrid, Spanien - 18. Dezember 1921)

Höchste Siege:

Portugal vs. Liechtenstein 8:0 (Lissabon - 18. November 1994)
Portugal vs. Liechtenstein 8:0 (Coimbra - 9. Juni 1999)
Portugal vs. Liechtenstein 8:0 (Leiria - 19. November 2003)

Höchste Niederlage:

Portugal vs. England 0:10 (Lissabon - 25. Mai 1947)

Größte Erfolge bei Weltmeisterschaften:

Halbfinale 1966, 2006

Größte Erfolge bei Europameisterschaften:

Sieger 2016, Finale 2004, Halbfinale 1984, 2000, 2002

Größte Erfolge bei der UEFA Nations League:

Sieger 2019, 2025

Portugal bei Fußball-Weltmeisterschaften

Erst 1966 betrat Portugal die Bühne des Weltfußballs. Angeführt vom damaligen Superstar Eusébio marschierte die portugiesische Nationalelf direkt bis ins Halbfinale. Dort verlor man mit 1:2 gegen den späteren Weltmeister England. Durch ein 2:1 gegen die Sowjetunion im Platz um Platz 3, erreichte Portugal sein, bis heute bestes Ergebnis bei einer Fußball-Weltmeisterschaft.

In der Vorrunde besiegte Portugal unter anderem den amtierenden Weltmeister aus Brasilien mit 3:1 und sorgte dafür, dass die WM für die Brasilianer bereits nach drei Spielen beendet war.

20 Jahre dauerte es, bis sich Portugal erneut für eine WM-Endrunde qualifizieren konnte. Beim Turnier 1986 in Mexiko war aber bereits nach Vorrunde Schluss. Obwohl im ersten Spiel England mit 1:0 besiegt werden konnte, belegten man nach überraschenden Niederlagen gegen Polen (0:1) und Marokko (1:3) den letzten Platz in der Gruppe F.

Wieder vergingen viele Jahre bis zur nächsten Teilnahme an einer Weltmeisterschaft. 2002 nahm Portugal an der WM in Japan und Südkorea teil und scheiterte erneut in der Vorrunde.

Vier Jahre später bei der WM in Deutschland verlief das Turnier hingegen deutlich erfolgreicher. Drei Siege in der Gruppenphase weckten Hoffnungen auf den ersten großen Titel. Nachdem im Achtelfinale die Niederlande (1:0) und im Viertelfinale England im Elfmeterschießen besiegt werden konnten, fehlte nur noch ein Sieg bis zum ersten WM-Endspiel.

Der Gegner im Halbfinale war das Team aus Frankreich. In München verlor die Mannschaft – mit Figo und Ronaldo – allerdings knapp mit 0:1 durch ein Elfmetertor von Zinédine Zidane in der ersten Halbzeit. Das anschließende Spiel um Platz 3 ging dann mit 1:3 gegen Gastgeber Deutschland verloren.

2010 folgte bei der Weltmeisterschaft in Südafrika der nächste Versuch. Nach überstandener Vorrunde, unter anderem mit einem 0:0 gegen Brasilien und einem 7:0 gegen Nordkorea, hieß der Gegner im Achtelfinale Spanien. Es war zugleich das erste Duell der beiden Erzrivalen bei einer Fußball-WM. In einem denkbar knappen Spiel verloren die Portugiesen mit 0:1 und Spanien wurde anschließend selbst das erste Mal Weltmeister.

In Brasilien 2014 wollte die portugiesische Mannschaft wieder ein Wörtchen um den Titel mitreden. Doch das 0:4 im ersten Spiel gegen Deutschland zeigte bereits, dass es auch dieses Mal nichts mit dem Titel werden sollte. Mit nur vier Punkten aus drei Spielen schied die portugiesische Seleção als Gruppendritter mal wieder vorzeitig aus.

WM 2018 in Russland – Aus im Achtelfinale

Bei der Weltmeisterschaft in Russland (14. Juni bis 15. Juli 2018) traf Portugal in der Gruppe B auf Spanien, Marokko und den Iran. Das Achtelfinale wurde ohne Niederlage problemlos erreicht. Durch ein spätes Gegentor im letzten Spiel gegen den Iran verpasste Portugal allerdings den Gruppensieg.

Alle Spiele der Gruppe B im Überblick:

Fr., 15. Juni 2018, 18:00 Uhr (17:00 Uhr MESZ) in Sankt Petersburg
MarokkoIran0:1 (0:0)
Fr., 15. Juni 2018, 21:00 Uhr (20:00 Uhr MESZ) in Sotschi
PortugalSpanien3:3 (2:1)
Mi., 20. Juni 2018, 15:00 Uhr (14:00 Uhr MESZ) in Moskau (Olympiastadion Luschniki)
PortugalMarokko1:0 (1:0)
Mi., 20. Juni 2018, 21:00 Uhr (20:00 Uhr MESZ) in Kasan
IranSpanien0:1 (0:0)
Mo., 25. Juni 2018, 21:00 Uhr (20:00 Uhr MESZ) in Saransk
IranPortugal1:1 (0:1)
Mo., 25. Juni 2018, 20:00 Uhr (MESZ) in Kaliningrad
SpanienMarokko2:2 (2:2)

Achtelfinale: Niederlage gegen Uruguay

Im Achtelfinale hieß der Gegner dann Uruguay. Das Team aus Südamerika beendete mit einem knappen 2:1 alle Titelträume von Ronaldo & Co. Nachdem Edison Cavani Uruguay schon in der 7. Spielminute in Führung geköpft hatte, blieb Portugal lange ideenlos vor dem gegnerischen Tor. In der 55. Minute war es aber Abwehrspieler Pepe, der nach einem Eckball das 1:1 erzielte.

Die Portugiesen waren nun überlegen, kassierten aber nur sieben Minuten später, nach einem Konter, das 1:2. Das Tor für Uruguay schoss erneut Cavani. In den Schlussminuten versuchte Portugal alles, die Abwehr Uruguays stand aber sicher. Trotz 20:5 Torschüssen für die portugiesische Mannschaft stand nach 90 Minuten das Achtelfinal-Aus fest. Eine herbe Enttäuschung für den amtierenden Europameister.

WM 2022 in Katar – Viertelfinal-Niederlage gegen Marokko

Bei der Weltmeisterschaft in Katar (18. November bis 20. Dezember 2022) traf Portugal in der Gruppe H auf Ghana, Uruguay und Südkorea. Im Auftaktspiel gewann die portugiesische Seleção mit 3:2 gegen das Team aus Ghana. Cristiano Ronaldo brachte Portugal per Elfmeter in der 65. Spielminute in Führung. Er ist damit der erste Fußballer, der bei fünf WM-Endrunden mindestens ein Tor geschossen hat.

Danach entwickelte sich ein rasantes Spiel. Erst traf André Ayew für Ghana zum 1:1-Ausgleich (73.), kurz darauf sorgten João Félix (78.) und Rafael Leão (80.) mit einem Doppelschlag für die erneute Führung Portugals. Ghana verkürzte durch Osman Bukari in der 89. Minute noch auf 3:2, doch diesen Vorsprung konnten die Portugiesen erfolgreich ins Ziel retten und sich den ersten Auftaktsieg bei einer Fußball-Weltmeisterschaft seit 2006 sichern.

Im zweiten Gruppenspiel kam es zum Duell mit dem zweimaligen Weltmeister Uruguay. In einem ziemlich unterhaltungsarmen Spiel brachte Bruno Fernandes die portugiesische Mannschaft in der 54. Minute mit 1:0 in Führung. Die defensiv spielenden Südamerikaner waren nun gezwungen, auf den Ausgleich zu spielen, und hatten durchaus die Möglichkeit, das 1:1 zu erzielen. In der Nachspielzeit war es dann erneut Bruno Fernandes, der einen umstrittenen Handelfmeter zum erlösenden 2:0 verwandelte. Durch den zweiten Sieg im zweiten Spiel konnte Portugal bereits den vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale perfekt machen.

Der Sieg gegen Uruguay war auch eine kleine Revanche für die unglückliche Achtelfinal-Niederlage bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland.

Im letzten Gruppenspiel gegen Südkorea traten die bereits qualifizierten Portugiesen mit zahlreichen neuen Spielern an und verloren das Spiel prompt mit 1:2. Ricardo Horta brachte Portugal bereits in der 5. Spielminute in Führung, Young-Gwon Kim (27.) sorgte für den Ausgleich und in der Nachspielzeit schoss Hwang Hee-chan die Südkoreaner mit dem Tor zum 2:1 ins Achtelfinale. Trotz der Niederlage wurde Portugal am Ende Gruppenerster.

Alle Spiele der Gruppe H im Überblick:

Do., 24. November 2022, 16:00 Uhr (14:00 Uhr MEZ) in ar-Rayyan (Education City Stadium)
UruguaySüdkorea0:0 (0:0)
Do., 24. November 2022, 19:00 Uhr (17:00 Uhr MEZ) in Doha (Stadium 974)
PortugalGhana3:2 (0:0)
Mo., 28. November 2022, 16:00 Uhr (14:00 Uhr MEZ) in ar-Rayyan (Education City Stadium)
SüdkoreaGhana2:3 (0:2)
Mo., 28. November 2022, 22:00 Uhr (20:00 Uhr MEZ) in Lusail (Lusail Iconic Stadium)
PortugalUruguay2:0 (0:0)
Fr., 2. Dezember 2022, 18:00 Uhr (16:00 Uhr MEZ) in ar-Rayyan (Education City Stadium)
SüdkoreaPortugal2:1 (1:1)
Fr., 2. Dezember 2022, 18:00 Uhr (16:00 Uhr MEZ) in al-Wakra (al-Janoub-Stadion)
GhanaUruguay0:2 (0:2)

Achtelfinale: Schützenfest gegen die Schweiz

Im Achtelfinale wartete mit der Schweiz der Zweitplatzierte der Gruppe G auf das Team von Trainer Fernando Santos. Dieser sorgte bereits vor dem Spiel für großes Aufsehen, nachdem er Superstar Cristiano Ronaldo auf die Bank setzte und stattdessen den 21-jährigen Gonçalo Ramos von Benfica Lissabon in die Startelf beorderte.

Dieser riskante Schachzug zahlte sich allerdings voll aus und Portugal schoss die Eidgenossen mit 6:1 (2:0) aus dem Lusail Stadium in Doha. Ronaldo-Ersatz Ramos erzielte dabei sogar drei Tore (17., 51., 67.). Die weiteren Treffer für Portugal steuerten Pepe (33.), Raphaël Guerreiro (55.) und Rafael Leão (90+2.) bei. Den Ehrentreffer für die Schweizer erzielte Manuel Akanji (58.).

Cristiano Ronaldo wurde immerhin noch in der 73. Minute eingewechselt.

Viertelfinale: Niederlage gegen Marokko

Nach dem großartigen Sieg gegen die Schweiz sollte Marokko nur eine Zwischenstation auf dem Weg zum Titel sein. Doch das afrikanische Überraschungsteam wurde zum Stolperstein für die portugiesische Mannschaft. Marokko siegte trotz 74 % Ballbesitz für Portugal am Ende nicht unverdient 1:0 durch ein Tor von Youssef En-Nesyri in der 42. Minute.

Ronaldo saß erneut auf der Bank und wurde 51. Spielminute eingewechselt. Allerdings konnte auch er das erneut enttäuschende Ausscheiden Portugals bei einer Fußball-Weltmeisterschaft nicht verhindern. Marokko hingegen schaffte es als erste afrikanische Mannschaft überhaupt in ein WM-Halbfinale.

Portugals Kader bei der WM 2022:

Tor: Diogo Costa (FC Porto), Rui Patrício (AS Rom), José Sá (Wolverhampton Wanderers)

Abwehr: Diogo Dalot (Manchester United), João Cancelo (Manchester City), Danilo Pereira (Paris St. Germain), Pepe (FC Porto), Rúben Dias (Manchester City), António Silva (Benfica Lissabon), Nuno Mendes (Paris St. Germain), Raphaël Guerreiro (Borussia Dortmund)

Mittelfeld: João Palhinha (FC Fulham), Ruben Neves (Wolverhampton Wanderers), Bernardo Silva (Manchester City), Bruno Fernandes (Manchester United), João Mário (Benfica Lissabon), Matheus Nunes (Wolverhampton Wanderers), Otávio Monteiro (FC Porto), Vitinha (Paris St. Germain), William Carvalho (Betis Sevilla)

Angriff: André Silva (RB Leipzig), Cristiano Ronaldo (Manchester United), Gonçalo Ramos (Benfica Lissabon), João Félix (Atlético Madrid), Rafael Leão (AC Mailand), Ricardo Horta (SC Braga)

Portugal bei der WM 2026 in Nordamerika

Bei der Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko vom 11. Juni bis 19. Juli 2026 war Portugal natürlich mit dabei. Trotz zahlreicher Stars schied die Seleção mal wieder relativ früh aus – und das ausgerechnet gegen den Erzrivalen aus Spanien.

Die Qualifikation: souverän, aber nicht ohne Drama

Portugal hat sich über die europäische UEFA-Qualifikation für die Endrunde qualifiziert. Weil die Mannschaft beim Final-Four-Turnier der UEFA Nations League 2024/25 dabei war, landete sie in einer Vierergruppe mit Irland, Ungarn und Armenien.

Los ging es mit drei Siegen in Serie, danach kam der erste Dämpfer: ein 2:2 in Ungarn. Richtig unangenehm wurde es in Irland – dort verlor Portugal nicht nur mit 0:2, sondern auch Cristiano Ronaldo per Roter Karte wegen einer Tätlichkeit, was ihm normalerweise drei Spiele Sperre einbringt. Im letzten Spiel, ohne CR7, ließ die Mannschaft dann aber keinen Zweifel: Ein 9:1 gegen Armenien besiegelte den Gruppensieg.

Torschützenkönig der Qualifikation war erwartungsgemäß Ronaldo mit fünf Treffern, einer davon per Elfmeter beim 3:2 gegen Ungarn. Insgesamt stehen für ihn inzwischen 41 Tore in 52 WM-Qualifikationsspielen zu Buche.

Die Auslosung: Gruppe K

Am 5. Dezember 2025 fand in Washington, D.C. die Auslosung statt. Als Team aus Topf 1 konnte Portugal in der Vorrunde nicht auf einen der drei Co-Gastgeber, Europameister Spanien, Titelverteidiger Argentinien, Frankreich, England, Rekordweltmeister Brasilien, die Niederlande, Belgien oder Deutschland treffen.

Als Gruppenkopf landete Portugal in Gruppe K und spielte seine Vorrundenspiele im Süden der USA. Als Gegner wurden Kolumbien, WM-Neuling Usbekistan und die DR Kongo zugelost, die sich erst über den interkontinentalen Play-off einen Startplatz sicherte.

Die Gruppenspiele im Überblick

DatumPartieSpielort
Mi., 17. Juni 2026, 19:00 UhrPortugal – DR Kongo 1:1Houston, Texas
Di., 23. Juni 2026, 19:00 UhrPortugal – Usbekistan 5:0Houston, Texas
Sa., 27. Juni 2026, 19:00 UhrKolumbien – Portugal 0:0Miami, Florida

Am Ende hat es für den erhofften Gruppensieg nicht ganz gereicht. Nach dem Kantersieg gegen Usbekistan – bei dem Ronaldo gleich doppelt traf und damit als erster Spieler überhaupt bei sechs verschiedenen Weltmeisterschaften mindestens ein Tor erzielt hat – blieb Portugal im letzten Gruppenspiel gegen Kolumbien ohne eigenen Torerfolg. Das torlose 0:0 in Miami reichte den Südamerikanern zum Gruppensieg, Portugal beendete die Vorrunde mit fünf Punkten als Tabellenzweiter und zog damit zum dritten Mal in Folge ins K.-o.-Rennen ein.

Sechzehntelfinale: Nervenschlacht in Toronto – Portugal dreht das Spiel in letzter Sekunde

Portugal hat sich mit einem dramatischen 2:1 gegen Kroatien ins Achtelfinale gezittert. Das Sechzehntelfinale gegen Kroatien im Toronto-Stadion hatte wirklich alles, was ein K.-o.-Spiel braucht: Spannung, Dramatik und ein Happy End erst in der Nachspielzeit. Am Ende stand ein 2:1 (0:0) für Portugal.

In der ersten Halbzeit war eigentlich Portugal die aktivere Mannschaft. Bruno Fernandes vergab früh die beste Chance, doch so richtig wollte der Knoten nicht platzen, so ging es mit einem 0:0 in die Pause. Nach dem Seitenwechsel drehte dann ausgerechnet Kroatien auf: Ivan Perišić brachte die Kroaten in der 53. Minute in Führung, sein siebter WM-Treffer überhaupt, mehr als jeder andere Kroate je erzielt hat. Für einen Moment sah es so aus, als würde die Reise für die Seleção hier enden.

Doch dann kam die Szene, auf die viele gewartet hatten: Nach einem Foul an Renato Veiga im Strafraum gab es Elfmeter, und Cristiano Ronaldo verwandelte in der 68. Minute selbst zum Ausgleich. Klingt erstmal nach Business as usual bei CR7 – ist es aber nicht ganz: Es war sein erstes Tor überhaupt in einer WM-K.-o.-Runde, nachdem er zuvor alle seine zehn WM-Treffer in Gruppenspielen erzielt hatte. Mit seinen 41 Jahren wurde er damit außerdem zum ältesten Torschützen einer WM-K.-o.-Phase und löste seinen langjährigen Nationalmannschaftskollegen Pepe (39 Jahre) als Rekordhalter ab.

Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten und mehreren Aluminiumtreffern und gleich vier Toren, die wegen Abseits nicht zählten. Die Entscheidung fiel erst tief in der Nachspielzeit: Der eingewechselte Gonçalo Ramos köpfte in der 90.+4. Minute eine Flanke von Rafael Leão zum 2:1 ein. Kroatiens vermeintlicher Ausgleich durch Joško Gvardiol wurde nach VAR-Check wegen Abseits zurückgenommen.

Ein besonders bewegender Moment am Rande: Der 3. Juli markierte den ersten Todestag von Diogo Jota, der 2025 bei einem Autounfall in Spanien ums Leben kam. Vor dem Spiel wurde sein Bild im Stadion eingeblendet, und nach dem Abpfiff streifte sich Ronaldo Jotas Trikot mit der Nummer 21 über – eine stille Geste, die zeigt, wie sehr der Verlust die Mannschaft bis heute begleitet.

Achtelfinale: Bittere Last-Minute-Pleite gegen Spanien

Manchmal ist Fußball einfach grausam, und dieses Achtelfinale gehört ganz sicher in diese Kategorie. Am 6. Juli 2026 traf Portugal in Dallas auf den amtierenden Europameister Spanien. Und wenn du das Spiel gesehen hast, weißt du: Portugal hätte mehr verdient gehabt als das, was am Ende auf der Anzeigetafel stand.

Roberto Martínez schickte seine Mannschaft mutig ins Rennen und ließ sie tief und leidenschaftlich verteidigen. Überraschend saß dabei der gegen Kroatien so starke Rafael Leão zunächst auf der Bank, für ihn begann João Félix. Der Plan ging lange auf: Spanien mit Ausnahmetalent Lamine Yamal, Pedri und Rodri fand über weite Strecken kaum ein Mittel gegen die portugiesische Defensive, die immer wieder leidenschaftlich blockte. Zur Pause stand es 0:0, und mit fortschreitender Spielzeit roch es immer mehr nach Verlängerung.

Doch dann kam die Minute 90.+1. – und mit ihr der Nackenschlag: Ferran Torres steckte den Ball perfekt durch, und der erst kurz zuvor eingewechselte Mikel Merino schob eiskalt zum 0:1 ein. Portugal warf danach noch einmal alles nach vorn, und Bernardo Silva hatte in der Nachspielzeit sogar den Ausgleich auf dem Kopf, doch sein Kopfball strich denkbar knapp über das Tor. Es sollte nicht mehr sein. Spanien hielt zum sechsten WM-Spiel in Folge die Null und zog ins Viertelfinale ein, Portugals Turnier war vorbei.

Für Cristiano Ronaldo bedeutete diese Niederlage aller Voraussicht nach das Ende seiner WM-Karriere. Der 41-Jährige hatte vor dem Turnier angekündigt, dass es seine letzte Weltmeisterschaft wird. Auch Trainer Roberto Martínez zog Konsequenzen und bestätigte, dass er seinen Vertrag nach dem Turnier nicht verlängert. »Wir sind mit Herz und Leidenschaft aufgetreten und haben unser bestes Spiel bei dieser WM gezeigt«, sagte er nach der Partie – ein versöhnlicher Ton nach einem Aus, das sich für viele Portugal-Fans einfach unverdient anfühlte.

Der Kader: 27 Spieler – und ein ehrenvoller Platz

Nationaltrainer Roberto Martínez hat seinen Kader für die WM bekannt gegeben, und der hat es in sich: Portugal reist mit 27 statt der üblichen 26 Spieler an. Für Aufsehen sorgte vor allem die Nominierung von gleich vier Torhütern – Martínez begründete das mit den besonderen Anforderungen des Turniers, allen voran der Hitze und der Zeitverschiebung in Nordamerika.

Das »+1« im offiziellen Kader ist übrigens kein Zahlendreher, sondern ein bewusster Ehrenplatz: Er ist Diogo Jota gewidmet, dem portugiesischen Nationalspieler, der am 3. Juli 2025 bei einem Autounfall in Spanien ums Leben kam. Er wurde nur 28 Jahre alt, auch sein Bruder André starb bei dem Unglück. Jota hatte erst kurz zuvor geheiratet und hinterließ seine Frau und drei Kinder – ein Verlust, der den gesamten portugiesischen Fußball bis heute begleitet.

Tor: Diogo Costa (FC Porto), José Sá (Wolverhampton Wanderers), Rui Silva (Sporting Lissabon), Ricardo Velho (Farense)

Abwehr: João Cancelo (FC Barcelona), Diogo Dalot (Manchester United), Rúben Dias (Manchester City), Gonçalo Inácio (Sporting Lissabon), Renato Veiga (Juventus Turin), Tomás Araújo (Benfica Lissabon), Nuno Mendes (Paris Saint-Germain), Matheus Nunes (Manchester City), Nélson Semedo (Wolverhampton Wanderers)

Mittelfeld: Bruno Fernandes (Manchester United), Bernardo Silva (Manchester City), João Neves (Paris Saint-Germain), Vitinha (Paris Saint-Germain), Rúben Neves (Al-Hilal SFC), Samu Costa (RCD Mallorca)

Angriff: Cristiano Ronaldo (Al Nassr), Rafael Leão (AC Mailand), Gonçalo Ramos (Paris Saint-Germain), João Félix (Al Nassr), Francisco Conceição (Juventus Turin), Pedro Neto (FC Chelsea), Francisco Trincão (Sporting CP), Gonçalo Guedes (Real Sociedad)

Für Ronaldo ist es die insgesamt sechste WM-Endrunde seiner Karriere – nach wie vor ein alleiniger Rekord. Zum Umgang mit seinem Kapitän sagte Martínez, das laufe »sehr natürlich«: »Meine Erfahrung ist, dass ein Spieler bei einer WM nicht dem Muster folgt, das seine Leistungen im Klub und sein Alter vorgeben. Unsere Gruppe ist fokussiert und auf die Anforderungen der WM vorbereitet.«

Auch abseits von Ronaldo lohnt sich ein Blick auf die Formkurve: Bernardo Silva und Bruno Fernandes lieferten zuletzt für ihre Klubs aus Manchester starke Leistungen ab und drängen entsprechend auf einen festen Platz in der WM-Startelf.

Portugal bei Fußball-Europameisterschaften

Für eine Endrunde der Europameisterschaft konnte sich Portugal erstmalig 1984 qualifizieren. In Frankreich spielte man in der Vorrunde gegen Spanien, Deutschland und Rumänien.

Die ersten beiden Spiele endeten jeweils Remis, sodass im letzten Gruppenspiel gegen Rumänien unbedingt ein Sieg hermusste, um ins Halbfinale einzuziehen. Lange Zeit sah es nicht danach aus, doch ein Tor von Nené in der 81. Spielminute sorgte für riesige Erleichterung im portugiesischen Lager.

In der Runde der letzten vier hieß der Gegner dann Frankreich. Das Star-Ensemble um Michel Platini gewann das hochklassige Spiel mit 3:2 nach Verlängerung. Platini selbst war es, der in der 119. Minute das entscheidende Tor erzielte.

Die beiden nächsten Turniere verpasste Portugal, ehe man 1996 wieder an einer Europameisterschaft teilnehmen konnte. In England überstand das Team um Luís Figo und Rui Costa die Vorrunde als Gruppenerster und ging im Viertelfinale gegen Tschechien als klarer Favorit ins Spiel. Trotz Überlegenheit und zahlreicher Chancen verloren die Portugiesen das Spiel mit 0:1 und mussten enttäuscht die Heimreise antreten.

Die Chance auf Wiedergutmachung bot sich 2000 bei der EM in den Niederlanden und Belgien. Auch bei diesem Turnier galt Portugal als einer der Topfavoriten auf den Titel. Die Vorrunde wurde souverän mit drei Siegen (darunter ein 3:0 gegen Deutschland) abgeschlossen. Im Viertelfinale folgte ein 2:0 gegen die Türkei, sodass es im Halbfinale zu einem Duell mit dem amtierenden Weltmeister Frankreich kam. Wie 1984 verlor Portugal nach Verlängerung (1:2), dieses Mal sogar durch Golden Goal.

2004 fand das erste große Fußball-Turnier zu Hause in Portugal statt. Neue Stadien, eine tolle Mannschaft und Brasiliens Weltmeister-Trainer Luiz Felipe Scolari boten ideale Bedingungen für den lang ersehnten Titel. Obwohl das portugiesische Team ihr Auftaktspiel sehr überraschend mit 1:2 gegen den Außenseiter aus Griechenland verlor, konnte Portugal durch zwei Siege gegen Russland (2:0) und Spanien (1:0) die Vorrunde als Tabellenerster abschließen. Noch ahnte niemand, dass man den aufmüpfigen Griechen alsbald wieder über den Weg laufen sollte...

Das Land war euphorisiert und im Viertelfinale warteten die Engländer. Das Spiel im Estádio da Luz in Lissabon war eines der besten des ganzen Turniers. Nachdem Hélder Postiga mit seinem Tor zum 2:2 in der 85. Spielminute die Portugiesen in die Verlängerung rettete, musste das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen. Zwei verschossene Elfmeter aufseiten Englands, bei einem verfehlten portugiesischen Versuch von Rui Costa, führten zum viel umjubelten portugiesischen Sieg.

Im Halbfinale im Estádio José Alvalade XXI (ebenfalls in Lissabon) kam es zum Duell mit den Niederlanden. Durch ein verdientes 2:1 zog Portugal zum ersten Mal in ein Finale eines großen Turniers ein. Das 1:0 erzielte der damals 19-jährige Cristiano Ronaldo.

Zur Überraschung aller lautete das Finale Portugal vs. Griechenland. Die Griechen hatten durch zwei 1:0-Erfolge gegen Frankreich und Tschechien sensationell das Endspiel erreicht. Die Experten waren sich aber weitestgehend einig, dass nun endlich der große Tag für den portugiesischen Fußball gekommen ist.

Portugal dominierte die Partie, hatte zahlreiche gute Gelegenheiten, doch das entscheidende Tor schoss der Grieche Angelos Charisteas in der 57. Minute. Nach dem Spiel war die Enttäuschung riesengroß und viele fragten sich, ob so eine Chance jemals wieder kommen sollte.

2008 war beim Turnier in Österreich und der Schweiz bereits im Viertelfinale Endstation. Im Spiel gegen Deutschland (2:3) war Portugal sogar als leichter Favorit ins Spiel gegangen, musste aber bereits nach 26 Minuten einem Zwei-Tore-Rückstand hinterherlaufen. Am Ende reichte es nur noch zum Anschlusstor, und für Ronaldo und Co. war der Traum vom EM-Titel erneut vorzeitig geplatzt.

Vier Jahre später, in der Ukraine und Polen, sollte es dann mal wieder richtig dramatisch werden. Das erste Spiel ging mal wieder gegen Deutschland verloren (0:1), aber durch zwei knappe Siege gegen Dänemark (3:2) und die Niederlande (2:1) erreichte Portugal doch noch das Viertelfinale. Dort schoss Cristiano Ronaldo seine Mannschaft mit seinem Tor ins Halbfinale.

In Donezk traf man erneut auf den Dauerrivalen aus Spanien, die zu diesem Zeitpunkt amtierender Welt- und Europameister waren. In einem engen Spiel, in dem sich Portugal vorwiegend auf das Verteidigen konzentrierte, musste das Elfmeterschießen entscheiden. João Moutinho und Bruno Alves vergaben ihre Versuche und fügten Portugal ein erneutes tragisches Kapitel ihrer Fußballgeschichte hinzu.

EM 2016 – Europameister Portugal

In Frankreich 2016 hatte eigentlich keiner Portugal so richtig auf dem Zettel. Zu schwach war die Leistung bei der WM zwei Jahre vorher in Brasilien. Die Vorrunde gab den Experten auch recht. Nur drei Unentschieden gegen Island, Österreich und Ungarn standen nach der Vorrunde zu Buche und nur dank des neuen Turniermodus konnte sich Portugal als einer der besten Gruppendritten durchsetzen.

Im Achtelfinale mühte man sich zu einem knappen 1:0-Erfolg nach Verlängerung gegen Kroatien. Das »goldene Tor« erzielte Quaresma in der 117. Spielminute. Auch das Viertelfinale war kein Leckerbissen für Fußball-Fans. Gegen die favorisierten Polen musste mal wieder das Elfmeterschießen entscheiden und dieses Mal hatten die Portugiesen das bessere Ende für sich.

Plötzlich stand Portugal im Halbfinale und keiner wusste so wirklich, wie das passieren konnte. Der Gegner dort war das Überraschungsteam aus Wales. Die portugiesische Auswahl machte ihr bestes Spiel und gewann durch Tore von Ronaldo und Nani mit 2:0.

Im Finale von Paris kam es wie 1984 erneut zum Duell mit Gastgeber Frankreich. Die Franzosen waren klarer Favorit, nachdem sie im Halbfinale den Weltmeister Deutschland mit 2:0 besiegt hatten. Das Spiel begann für Portugal denkbar schlecht, als Cristiano Ronaldo bereits nach 25 Minuten verletzt ausgewechselt werden musste.

Die Portugiesen hielten sich tapfer und retteten sich mit Glück und Geschick in die Verlängerung. Nun begann Portugal selbst offensiv zu spielen und belohnte sich prompt durch das 1:0 von Éder (109.). Die Mannschaft von Trainer Fernando Santos verteidigte das Ergebnis bis zum Schluss, und die portugiesische Fußball-Nationalmannschaft konnte ihren ersten großen Triumph feiern.

EM 2020 – erstes Turnier als Titelverteidiger

Bei der Europameisterschaft vom 11. Juni bis 11. Juli 2021, die in mehreren europäischen Städten ausgetragen wurde, hatte Portugal eine sehr schwere Gruppe in der Vorrunde erwischt. In München und Budapest hießen die Gegner Deutschland, Frankreich und Ungarn.

Alle Spiele der Gruppe F im Überblick:

Di., 15. Juni 2021, 18:00 Uhr in Budapest
UngarnPortugal0:3 (0:0)
Di., 15. Juni 2021, 21:00 Uhr in München
FrankreichDeutschland1:0 (1:0)
Sa., 19. Juni 2021, 15:00 Uhr in Budapest
UngarnFrankreich1:1 (1:0)
Sa., 19. Juni 2021, 21:00 Uhr in München
PortugalDeutschland2:4 (1:2)
Mi., 23. Juni 2021, 21:00 Uhr in München
DeutschlandUngarn2:2 (0:1)
Mi., 23. Juni 2021, 21:00 Uhr in Budapest
PortugalFrankreich2:2 (1:1)

Achtelfinale: Niederlage gegen Belgien

Mit nur vier Punkten landete Portugal in seiner Gruppe folgerichtig nur auf dem dritten Platz und traf dadurch bereits im Achtelfinale auf den Mit-Favoriten aus Belgien. Das Spiel wurde am 27. Juni 2021 im spanischen Sevilla ausgetragen.

In einer ausgeglichenen ersten Hälfte machte der Fernschuss von Thorgan Hazard zum 1:0 in der 42. Minute den Unterschied. Nach der Pause war das portugiesische Team spielbestimmend und hatte mehrere gute Torchancen, darunter einen Pfostentreffer von Raphaël Guerreiro (83.). Am Ende standen für Ronaldo und Co. 23:6 Torschüsse und 58% Ballbesitz, aber die Belgier gewannen das Spiel mit 1:0 und Portugal musste die Heimreise antreten.

Portugals Kader für die EM 2020:

Tor: Anthony Lopes (Olympique Lyon), Rui Patrício (Wolverhampton Wanderers), Rui Silva (FC Granada)

Abwehr: João Cancelo (Manchester City), Rúben Dias (Manchester City), José Fonte (OSC Lille), Raphaël Guerreiro (Borussia Dortmund), Nuno Mendes (Sporting Lissabon), Pepe (FC Porto), Nélson Semedo (Wolverhampton Wanderers)

Mittelfeld: William Carvalho (Real Betis), Bruno Fernandes (Manchester United), João Moutinho (Wolverhampton Wanderers), Rúben Neves (Wolverhampton Wanderers), Sergio Oliveira (FC Porto), João Palhinha (Sporting Lissabon), Danilo Pereira (Paris Saint-Germain), Renato Sanches (LOSC Lille)

Angriff: João Félix (Atletico Madrid), Pedro Gonçalves (Sporting Lissabon), Gonçalo Guedes (FC Valencia), Diogo Jota (FC Liverpool), Cristiano Ronaldo (Juventus Turin), André Silva (Eintracht Frankfurt), Bernardo Silva (Manchester City), Rafa Silva (Benfica Lissabon)

EM 2024 – Enttäuschung in Deutschland

Bei der Europameisterschaft 2024 in Deutschland erlebte Portugal unter dem neuen Trainer Roberto Martínez eine herbe Enttäuschung. Trotz einer makellosen Qualifikation schieden sie im Viertelfinale gegen Frankreich im Elfmeterschießen aus.

Portugal startete erfolgreich in die Gruppe F mit Siegen gegen Tschechien und die Türkei, verlor aber überraschend gegen EM-Neuling Georgien.

In der K.-o.-Phase zeigten sich Probleme im Angriff: Sowohl gegen Slowenien als auch gegen Frankreich blieb Portugal über 120 Minuten torlos.

Alle Spiele der Gruppe F im Überblick:

DatumSpielErgebnisStadion
Di., 18. Juni 2024, 21:00 UhrPortugal vs. Tschechien2:1 (0:0)Leipzig
Sa., 22. Juni 2024, 18:00 UhrTürkei vs. Portugal0:3 (0:2)Dortmund
Mi., 26. Juni 2024, 21:00 UhrGeorgien vs. Portugal2:0 (1:0)Gelsenkirchen

K.-o.-Phase:

DatumSpielErgebnisStadion
Mo., 1. Juli 2024, 21:00 UhrPortugal vs. Slowenien0:0 n.V., 3:0 i.E.Frankfurt
Fr., 5. Juli 2024, 21:00 UhrPortugal vs. Frankreich0:0 n.V., 3:5 i.E.Hamburg

Besonders bitter für Cristiano Ronaldo: Im Achtelfinale gegen Slowenien verschoss er in der 105. Minute einen Elfmeter und weinte noch während des Spiels. Im Elfmeterschießen traf er dann, aber gegen Frankreich war endgültig Schluss.

Tragisch für die portugiesische Fußballgeschichte: Legendenverteidiger Pepe beendete im August 2024 mit 41 Jahren seine Karriere nach 141 Länderspielen – ein emotionaler Abschied für einen der erfolgreichsten portugiesischen Spieler aller Zeiten.

Portugals Kader für die EM 2024:

Tor: Diogo Costa (FC Porto), José Sá (Wolverhampton Wanderers), Rui Patrício (AS Rom)

Abwehr: António Silva (Benfica Lissabon), Diogo Dalot (Manchester United), Gonçalo Inácio (Sporting Lissabon), João Cancelo (Manchester City), Nélson Semedo (Wolverhampton Wanderers), Nuno Mendes (Paris Saint-Germain), Pepe (FC Porto), Rúben Dias (Manchester City)

Mittelfeld: Bernardo Silva (Manchester City), Bruno Fernandes (Manchester United), Danilo Pereira (Paris Saint-Germain), João Neves (Benfica Lissabon), João Palhinha (FC Fulham), Matheus Nunes (Manchester City), Pedro Neto (Wolverhampton Wanderers), Rúben Neves (Wolverhampton Wanderers), Vitinha (Paris Saint-Germain)

Angriff: Cristiano Ronaldo (Al Nassr), Diogo Jota (FC Liverpool), Francisco Conceição (FC Porto), Gonçalo Ramos (Benfica Lissabon), João Félix (Atlético Madrid), Rafael Leão (AC Mailand)

UEFA Nations League Erfolge

Portugal war von Anfang an bei der UEFA Nations League dabei und konnte sich bereits 2019 den ersten Titel sichern. 2025 folgte der historische zweite Triumph – als erste Nation überhaupt, die diesen Wettbewerb zweimal gewann.

Nations League 2019 – der erste Titel

2019 gewann Portugal das erste Nations League-Turnier der Geschichte. Im Finale besiegten sie die Niederlande mit 1:0 durch ein Tor von Gonçalo Guedes.

Nations League 2025 – historischer zweiter Triumph

Der Juni 2025 wird als Wendepunkt in die portugiesische Fußballgeschichte eingehen. Unter Roberto Martínez siegte Portugal in einem dramatischen Finale gegen Spanien in München 5:3 im Elfmeterschießen, nachdem es 2:2 unentschieden gestanden hatte.

Im Halbfinale gegen Deutschland brach Cristiano Ronaldo mit 40 Jahren endlich seinen persönlichen »Fluch« und erzielte das entscheidende Tor beim 2:1-Sieg – sein erstes Tor gegen Deutschland seit dem Jahr 2000. Francisco Conceição, Sohn des ehemaligen Nationalspielers Sérgio, erzielte das wichtige Ausgleichstor.

Dieser Triumph war besonders süß, da Portugal damit als erste Nation der Geschichte zum zweiten Mal die Nations League gewann und ihre Stellung als eine der europäischen Spitzennationen untermauerte.

Berühmte portugiesische Nationalspieler

Die wohl drei berühmtesten portugiesischen Fußballer sind Eusébio, Luís Figo und Cristiano Ronaldo.

Eusébio – die schwarze Perle

Eusébio war Gesicht von Benfica Lissabon in 1960er Jahren. Er spielte 15 Jahre im Verein und wurde unter anderem zehnmal Meister, fünfmal Pokalsieger und einmal Gewinner des Europapokals der Landesmeister. Im Nationaltrikot schoss er Portugal 1966 mit neun Toren fast alleine zum dritten Platz.

Er starb unter großer Anteilnahme am 5. Januar 2014. In Portugal wurde daraufhin eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen. Seine sterblichen Überreste ruhen im nationalen Pantheon in der Kirche Santa Engrácia in Lissabon.

Luís Figo – der Magier

Luís Figo spielte in jungen Jahren für Sporting Lissabon und wechselte 1995 zu FC Barcelona. Außerdem spielte er für Real Madrid, wo er 2002 die Champions League gewann, und für Inter Mailand.

Für die Nationalmannschaft machte Figo 127 Spiele. Sein größter Erfolg war das Erreichen des Endspiels bei der Europameisterschaft 2004 im eigenen Land. Seit 1998 betreibt Figo eine Bar in Vilamoura an der Algarve – das Café Sete.

Cristiano Ronaldo – CR7, die lebende Legende

Der größte Fußballer Portugals ist aber zweifelsfrei Cristiano Ronaldo – CR7. Der mehrmalige Weltfußballer und Champions-League-Sieger hat sich mit dem EM-Titel 2016 endgültig den Status eines Nationalheiligen erspielt.

Überraschend für viele bleibt Ronaldo mit 40 Jahren nicht nur aktiv, sondern auch erfolgreich. Seine Fortsetzung der Karriere bei Al Nassr in Saudi-Arabien scheint ihm gut zu bekommen. Trotz anfänglicher Skepsis nach der enttäuschenden Euro 2024 hat Ronaldo seine Führungsqualitäten unter Beweis gestellt und Portugal zu ihrem größten Erfolg seit Jahren geführt.

Die neue Generation

Die junge Generation portugiesischer Talente entwickelt sich rasant zu Weltklasse-Spielern. João Neves wechselte 2024 für über 60 Millionen Euro von Benfica zu Paris Saint-Germain und ist mit 20 Jahren bereits Stammspieler in der Nationalmannschaft. An seiner Seite bei PSG spielt Vitinha, der sich als kreativer Mittelfeldregisseur etabliert hat.

Francisco Conceição, Sohn des ehemaligen Nationalspielers Sérgio, erzielte das entscheidende Ausgleichstor gegen Deutschland im Halbfinale der Nations League 2025. Diese neue Generation zeigt, dass Portugal auch post-Ronaldo eine goldene Zukunft haben wird.

Rekordspieler

  1. Cristiano Ronaldo 233 (20. August 2003 – heute)
  2. João Moutinho 146 (17. August 2005 – 9. Juni 2022)
  3. Pepe 141 (21. November 2007 – August 2024)
  4. Luís Figo 127 (12. Oktober 1991 – 8. Juli 2006)
  5. Nani 112 (1. September 2006 – 2. Juli 2017)

Rekordtorschützen

  1. Cristiano Ronaldo 146 (20. August 2003 – heute)
  2. Pauleta 47 (20. August 1997 – 8. Juli 2006)
  3. Eusébio 41 (8. Oktober 1961 – 13. Oktober 1973)
  4. Luís Figo 32 (12. Oktober 1991 – 8. Juli 2006)
  5. Nuno Gomes 29 (24. Januar 1996 – 11. Oktober 2011)

Stand: Juli 2026

Die Duelle gegen den Erzrivalen Spanien

Die Bilanz gegen Spanien bei Länderspielen liest sich nicht gerade gut. Bei 42 Spielen gab es bisher 6 Siege, 18 Unentschieden und 18 Niederlagen, bei einem Torverhältnis von 47:80. Noch schlechter sieht die Bilanz in den wirklich wichtigen Spielen aus. Das bittere WM-Aus 2026 war dementsprechend ein weiterer Meilenstein in dieser besonderen Rivalität.

Bei den Qualifikationen zu den Weltmeisterschaften 1934 und 1952 scheiterte Portugal jeweils an seinem Nachbarn. 1933 verlor man sogar mit 0:9.

Das erste Spiel beider Nationen bei einem wichtigen Turnier fand erst 1984 statt. Bei der EM in Frankreich traf man in der Vorrunde aufeinander. Das Spiel endete 1:1.

Bis zum nächsten Aufeinandertreffen bei einer Fußball-Europameisterschaft vergingen 20 Jahre. Bei der Heim-EM 2004 konnte sich Portugal, ebenfalls in der Vorrunde, mit 1:0 durchsetzen.

Das erste WM-Spiel fand 2010 in Südafrika statt. Der spätere Weltmeister aus Spanien behielt mit 1:0 die Oberhand. Auch bei der EM 2012 konnten sich die Spanier durchsetzen. Am Ende hieß es 2:4 nach Elfmeterschießen.

Bei der WM 2018 in Russland trafen beide Mannschaften bereits in der Vorrunde aufeinander. Nach einem großartigen Spiel trennte man sich mit 3:3-Unentschieden.

Im Rahmen der UEFA Nations League trafen beide Teams im Jahr 2022 gleich zweimal in einem Pflichtspiel aufeinander. Das Hinspiel im spanischen Sevilla endete 1:1, das Rückspiel in Braga verloren die Portugiesen durch ein spätes Tor von Álvaro Morata mit 0:1. Durch die Niederlage konnte Spanien zudem Portugal noch von Platz 1 in der Gruppe verdrängen und sich für die Endrunde der besten vier Mannschaften qualifizieren.

Das Nations-League-Finale 2025 war ein würdiger Höhepunkt dieser Rivalität und bewies einmal mehr, dass Duelle zwischen Portugal und Spanien immer für Überraschungen gut sind. Am Ende konnte sich die Seleção knapp im Elfmeterschießen durchsetzen.

Vorerst letztes Kapitel dieser Rivalität war das Achtelfinale der WM 2026 in Dallas. Portugal hielt lange stark dagegen, musste sich am Ende aber durch einen Last-Minute-Treffer von Joker Mikel Merino in der Nachspielzeit mit 0:1 geschlagen geben.

Portugals miserable Bilanz gegen Deutschland

Gegen Deutschland hat Portugal bei wichtigen Turnieren meistens den Kürzeren gezogen. Nur vier Siege aus 19 Spielen sprechen eine deutliche Sprache.

Erstmals trafen beide bei Portugals EM-Premiere 1984 aufeinander. Das 0:0 in der Vorrunde brachte den Portugiesen am Ende mehr und sie kamen sogar bis ins Halbfinale.

2000 gab es sogar einen 3:0-Sieg gegen die deutsche Mannschaft, die damals sang- und klanglos bereits nach der Vorrunde ausschied. In den Jahren danach gab es aber für Portugal nichts mehr gegen Deutschland zu holen.

Bei der WM 2006 verlor man das (unwichtige) Spiel um Platz 3 mit 1:3, bei der EM 2008 gewann Deutschland im Viertelfinale mit 3:2 und auch bei der EM 2012 hieß der Sieger Deutschland (0:1 in der Vorrunde).

2014 bei der Weltmeisterschaft in Brasilien setzte es sogar in der Vorrunde eine 0:4-Klatsche gegen den späteren Weltmeister.

Beim EM-Vorrundenspiel im Juni 2021 in München (im Rahmen der EM 2020) setzte es die nächste deutliche Niederlage. Obwohl Ronaldo seine Mannschaft früh mit 1:0 in Führung schoss, war es wieder Deutschland, das mit einem 4:2 am Ende die Oberhand behielt.

Der Wendepunkt? Im Halbfinale der Nations League konnte Portugal nach vielen Jahren wieder einmal ein wichtiges Spiel gegen Deutschland gewinnen. Beim 2:1 der Portugiesen in München schoss Ronaldo das entscheidende Tor.

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