Hieronymitenkloster in Lissabon

Mosteiro dos Jerónimos

Hieronymitenkloster Lissabon
Das Hieronymitenkloster in Lissabon wird oft auch Hieronymuskloster genannt ( © DW )

Das eindrucksvollste Gebäude von Belém, dem Stadtteil von Lissabon mit seiner einzigartig hohen Dichte an Museen und historischen Gebäuden, ist in jedem Fall das Hieronymitenkloster. In jedem Reiseführer für Lissabon wirst du es als Mosteiro dos Jerónimos kennenlernen.

Allein über die Geschichte und die Architektur zu lesen wird dich bereits beeindrucken. Aus dem Stauen wirst du jedoch nicht mehr herauskommen, wenn du persönlich vor diesem eindrucksvollen Gebäude manuelistischer Baukunst stehst.

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Zeuge portugiesischer Weltmacht

Das Hieronymitenkloster erstreckt sich über eine Länge von 300 Meter und prägt das Bild des Stadtteils Beléms nachhaltig. Ganz gleich wie du anreist, schon aus der Ferne wird dir das Kloster mit seiner imposanten Kuppel ins Auge fallen. Sogar aus der Luft ist die gesamte Klosteranlage unübersehbar.

Errichtet wurde das Mosteiro dos Jerónimos im Auftrag des damaligen Königs Manuel I. Noch heute verbinden viele Portugiesen mit ihm die goldene Zeit des Landes. 1502 gab er den Bau des Klosters in Auftrag, seine Fertigstellung fast 100 Jahre später sollte er nicht mehr erleben. 1601 war der Bau des Klosters dann vollbracht.

Viele Architekten und Baumeister haben in der 99-jährigen Bauzeit mitgewirkt. Sie haben verschiedene Baustile angewendet, die das Kloster in seiner Architektur weltweit einmalig machen. Neben dem Baustil der Manuelinik prägen auch die Gotik und die Renaissance den gesamten Bau.

Eine einzigartige Architektur

Die gesamte Fassade des Klosters besteht aus weißem Kalkstein, der in einem nahen Steinbruch abgebaut wurde und mit Pferdekarren nach Belém gebracht wurde. Der Bau war aufwendig und teuer, finanziert wurde er mit den Einnahmen des Handels der einstigen Seemacht Portugal.

Für die damalige Zeit war der Bau äußerst imposant und aufwendig, davon kannst du dich noch heute überzeugen. Die Wände und Decken sind reich verziert und Zeuge der manuelistischen Baukunst unter dem damaligen König.

Ihm zu Ehren wurde das südliche Portal des Hieronymitenklosters gewidmet. Dort kannst du nicht nur eine Statue von Manuel I. betrachten, viele Ornamente verzieren den Eingang zum Kloster. Das Portal führt dich direkt in das Innere der weitläufigen Klosteranlage, für dessen Besuch du ausreichend Zeit mitbringen solltest.

Über 300 Meter lang ist die gesamte Anlage, die seit 1983 zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt. Die weitläufige Parkanlage vor dem Kloster ist da nicht eingerechnet.

Hieronymitenkloster oder Hieronymuskloster? Was ist richtig?

Das Mosteiro dos Jerónimos wird sehr oft fälschlicherweise als Hieronymuskloster übersetzt. Richtig ist aber Hieronymitenkloster. Mosteiro ist das portugiesische Wort für Kloster. »Jerónimos« sind die Mitglieder der römisch-katholischen Ordensgemeinschaft »Ordem de São Jerónimo«, die bis 1834 im Kloster lebten. Im Deutschen werden die Mitglieder des Orden als »Hieronymiten« bezeichnet. Diese wiederum unterstehen der Schutzherrschaft des »Heiligen Hieronymus«. Dessen Name ist im Portugiesischen ebenfalls Jerônimo, was sicherlich der Grund für die falsche Übersetzung ist.

Die Kirche Santa Maria

Angesichts der enormen Größe des Klosters wirkt die Kirche Santa Maria innerhalb des Klosters klein. Dabei ist das heilige Gebäude selbst über 90 Meter lang und erhebt sich samt Kirchenturm 25 Meter in die Höhe. Die Kirche wurde wie das gesamte Kloster aus Kalkstein gefertigt. Trotz seiner massiven Bauweise wirkt die Kirche Santa Maria sehr filigran. Das Netzgewölbe wird von schmalen Säulen getragen. Sie ist reich verziert und ein nationales Heiligtum für Portugal.

Am Eingang des Kirchengebäudes befinden sich die Gebeine zweier Nationalhelden der portugiesischen Geschichte. Der Seefahrer und Entdecker Vasco da Gama wurde hier beigesetzt. Es waren die Einnahmen aus dem Handel mit Indien, die den Bau des Hieronymitenklosters ermöglichten. Neben dem Seefahrer fand auch der Nationaldichter Luís de Camões hier seine letzte Ruhestätte.

Der Dichter Fernando Pessoa ist eine weitere Persönlichkeit Portugals, die innerhalb des Klosters beigesetzt wurde. Überall in Portugal und vor allem in Lissabon wirst du über Pessoa stolpern. 1985 wurde er als bislang letzter Nationalheld im Hieronymitenkloster bestattet. Sein Grabmal ist mit vier Versen versehen, die sein Leben beschreiben.

Letzte Ruhestätte der Könige

Es gibt nur wenige Portugiesen, denen eine so große Ehre wie da Gama oder de Camões zuteilwurde. Im Kloster wurden fast ausschließlich nur Mitglieder der portugiesischen Königsfamilie beigesetzt. Darunter König Manuel I., der einst den Bau des Klosters in Auftrag gegeben hatte. Die Grabmäler der Könige sind eine der vielen Sehenswürdigkeiten bei einem Besuch des Mosteiro dos Jerónimos.

Reiseinfos
Adresse

Mosteiro dos Jerónimos
Praça do Império
1400-206 Lissabon
Portugal

38.6978909, -9.2067039

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