Die 9 Inseln der Azoren

Die Azoren sind die grünsten Inseln des Atlantiks. Auf portugiesisch heißen sie Ilhas dos Açores, zu deutsch »Habichtsinseln«. Hier erwarten dich atemberaubende Landschaften, heiße Quellen, Vulkane und geheimnisvolle Kraterseen.
Inseln Azoren
Die Azoreninsel Flores ( Lukasz Janyst / Shutterstock.com )

Das aus neun größeren und mehreren kleinen Inseln bestehende Archipel ist vulkanischen Ursprungs. Es liegt etwa 1.400 Kilometer vom europäischen Festland (Cabo da Roca) entfernt. Bis zur Küste Amerikas (Virginia) sind es rund 4.400 Kilometer. Die Hauptinsel ist São Miguel, das größte Eiland der Azoren. Die Inseln gehören zu Portugal und somit zur Europäischen Union.

Die Inselgruppe ist ein Paradies für Wanderer und Naturfreunde. Auf den Azoren gibt es eine hervorragende Luftqualität, ein ganzjährig mildes Klima und eine einzigartige Flora. Im Winter liegen die Tageshöchsttemperaturen bei durchschnittlich 16 Grad und in den Sommermonaten wird es nicht wärmer als 25 Grad. Auf den Inseln gibt es viele gut markierte Wanderwege mit spektakulären Ausblicken durch die nahezu unberührte Natur.

Die neun großen Azoren-Inseln werden in folgende Gruppen unterteilt:

Grupo Oriental (südöstliche Gruppe):

  • Santa Maria
  • São Miguel (Hauptinsel)

Grupo Central (zentrale Gruppe):

  • Faial
  • Graciosa
  • Pico
  • São Jorge
  • Terceira

Grupo Ocidental (nordwestliche Gruppe):

  • Corvo 
  • Flores

Grupo Oriental: São Miguel und Santa Maria

Hauptinsel der Azoren ist São Miguel (»Heiliger Michael«), die größte Insel des Archipels. Inselhauptstadt ist Ponta Delgada, zugleich die Hauptstadt des gesamten Inselgruppe. Die malerische Altstadt ist vollkommen in Schwarz-Weiß gehalten. Hier befindet sich auch der der Regierungssitz der autonomen Region Azoren. Die Bewohner nennen ihre Heimat »Ilha Verde« – die grüne Insel. Bis heute ist die Landschaft geprägt von viel Grün und einer üppigen Vegetation. Sehr eindrucksvoll sind die Steilküsten. Im Inneren wechseln sich Wälder ab mit Wiesen, Feldern, urigen Dörfern und kristallklaren Seen. Vom vulkanischen Ursprung Sao Miguels zeugen Krater, Geysire und heiße Quellen.

Die Insel Santa Maria (»Heilige Maria«) ist die südlichste der Inselgruppe und bietet das ganze Jahr über ein sehr mildes Klima. Auf der sonnigen Insel gibt es wunderschöne Strände in verträumten Buchten. Die Landschaft ist geprägt durch sanfte Hügel, grüne Wälder und eine lang getreckte Tiefebene. 5.500 Menschen leben auf der Insel, größtenteils in der Hauptstadt Vila do Porto. Im Westen gibt es viele kleine, urige Dörfer, jedes in einer anderen Farbe gehalten. Das Eiland ist bekannt für die Herstellung von Töpferwaren und Kunstgewerbe.

Grupo Central: Faial, Graciosa, Pico, São Jorge, Terceira

Im Sommer blühen auf der bezaubernden Insel Faial zahlreiche Hortensien in sehr intensiven Blau. Deshalb wird Faial auch die blaue Insel genannt. Hier findest du eine traumhafte Küste, wildromantische Landschaften und den imposanten 1.043 Meter hohen Berg Cabeco Gordo. Die vulkanische Geschichte kannst du auf Faial besonders gut sehen. 1958 brach an der westlichen Spitze ein Teil der Insel ab und vor 300 Jahren ereignete sich der letzte Vulkanausbruch. In den malerischen Orten leben rund 15.000 Menschen, 6.000 in der Hauptstadt Horta. Das kleine Hafenstädtchen ist ein wichtiger Anlaufpunkt für Hochseesegler, die hier bei einer Atlantiküberquerung traditionell einen Stopp einlegen.

Wer Ruhe und Entspannung sucht, ist auf Graciosa (»Die Zierliche«) genau richtig. Hauptstadt der Insel ist Santa Cruz. Die rund 4.800 Inselbewohner leben über die gesamte Insel verteilt. Graciosa ist die flachste Insel des Archipels und lockt mit üppigem Grün, sanften Hügeln, zahlreichen Obstplantagen und Weinfeldern. Auf dem sehr fruchtbaren Boden werden tropische Früchte und Gemüse angebaut. Charakteristisch für das Bild der Insel sind die vielen Windmühlen mit ihren roten Dächern. Besondere Attraktionen sind die Schwefelhöhle Furna do Enxofre, der riesige Vulkankrater und ein geheimnisvoller, unterirdischer See.

Pico ist die zweitgrößte Insel der Azoren mit der Hauptstadt Madalena. Hier befindet sich mit dem 2.351 Meter hohen Vulkan Pico die höchste Erhebung von Portugal. Direkt daneben stehen weitere Vulkane mit einer Höhe von rund 800 Metern. Früher lebten die Bewohner vom Walfang. Der Schriftsteller Herman Melville schuf mit dem Buch »Moby Dick« ein Denkmal für sie. Auch heute noch heute fahren Schiffe hinaus zu den Walen, jedoch mit Touristen an Bord, um die riesigen Meeresbewohner zu beobachten.

São Jorge (»Sankt Georg«) mit der Hauptstadt Velas trägt den Beinamen Dracheninsel. Hier reihen sich mehrere Vulkane aneinander wie an einer Perlenkette. Zusammen mit den bis zu 300 Meter abfallenden Steilküsten bestimmen sie das Bild der Insel. 9.500 Einwohner leben in den Tälern. Durch die vulkanische Erde ist das Land sehr fruchtbar. Obst und Gemüse gedeihen hier besonders gut. Zu den kleinen Dörfern der Insel kannst du nur zu Fuß gelangen. Das macht die Insel des Heiligen Georg zu einem idealen Urlaubsort für Wanderer.

Terceira (»Die Dritte«), die drittgrößte Azoren-Insel, hat wunderschöne Küsten. Das Landesinnere ist wild und der Regenwald nur schwer zugänglich. Die Hauptstadt Angra do Heroísmo gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe in Portugal. Nach dem Erdbeben im Jahr 1980 wurde die zerstörte Stadt wiederaufgebaut. Das malerische Städtchen hat viel Charme und war einst eine der bedeutendsten Hafenstädte Portugals. Die Besonderheit von Terceira sind die zahlreichen und wunderschön gestalteten Kapellen. Die meisten der kleinen Gotteshäuser stammen aus dem 19. Jahrhundert. Sie sind aus Holz gebaut und sind sehr farbenfroh bemalt.

Grupo Ocidental: Corvo und Flores

Mit nur 17,13 Quadratkilometern und etwa 500 Menschen ist Corvo (»Rabe«) das kleinste bewohnte Eiland der Azoren. Auf der sehr stillen und beschaulichen Insel gibt es nur ein einziges Dorf: Vila do Corvo. Die Landschaft ist geprägt durch grüne Wiesen und einen gewaltigen, üppig bewachsenen Vulkankegel, den Monte Gordo mit seiner Caldera. Auf dem Grund der 300 Meter tiefen und 2 Kilometer langen Senke liegt der See Lagoa do Caldeirão. Im Süden der Caldera ragt der 718 Meter hohe Morro dos Homens(Hügel der Menschen) auf. Die Küsten Corvos sind von sehr steilen Klippen umgeben, nur im Süden ist das Ufer flacher.

Überall auf de Insel Flores (»Blumen«) blühen prachtvolle Hortensien in vielen Farben. Steil aufragende Küsten und liebliche Täler, geheimnisvolle Moore und urige Dörfer bestimmen das eindrucksvolle Bild der Blumeninsel. Im Landesinneren gibt es tiefblaue Seen, denen bei Nebel etwas Mystisches anhaftet. Auf Flores leben rund 3.800 Menschen, 1.600 von ihnen in der Hauptstadt Santa Cruz. Höchster Berg der Insel ist der 914 Meter hohe Morro Alto. Rund um den Vulkan liegt ein großes Naturschutzgebiet. Flores ist die westlichste Insel Europas und der Ort Fajã Grande das westlichste europäische Dorf.

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