Nationalmuseum für alte Kunst in Lissabon

Museu Nacional de Arte Antiga (MNAA)

Nationalmuseum alte Kunst Lissabon
Außenansicht des Museu Nacional de Arte Antiga in Lissabon ( © DW )

Das im Jahr 1884 aufgrund einer sehr erfolgreichen Ausstellung im Alvor-Palast dort eröffnete Museu Nacional de Arte Antiga (Nationalmuseum für alte Kunst) befindet sich in der Rua das Janelas Verdes nördlich der Avenida Brasilia und des Flusses Tejo am westlichen Rand der Altstadt von Lissabon.

Querschnitt europäischer Kunstgeschichte

Das international bekannte und renommierte Haus beherbergt heute etwa 2.200 Gemälde und über 5.000 Zeichnungen portugiesischer und europäischer Maler wie beispielsweise von Jorge Afonso, Nuno Gonçalves, Vasco Fernandes, Albrecht Dürer, Hans Memling, Hieronymus Bosch, Quentin Matsys, Pieter Brueghel der Jüngere, Piero della Francesca, Vittore Carpaccio, Jan Gossaert, Raffaello Sanzio, Lucas Cranach der Ältere, Hans Holbein der Ältere, Francisco de Zurbarán, Joshua Reynolds, Pieter de Hooch, Auguste Rodin, Pietro Perugino, Nicolas Poussin, Diego Velázquez und Théodore Géricault.

Auch filigrane Skulpturen und erlesenen Silberschmuck gibt es hier zu sehen

Gleichermaßen bedeutsam und beeindruckend ist die um die 2.500 Exponate umfassende Sammlung von Skulpturen aus Portugal aus dem 13. bis 19. Jahrhundert sowie aus Italien, Deutschland, Flandern, dem antiken Ägypten und aus dem alten Rom. Wahre Prachtstücke sind etwa die Terrakottaarbeiten des berühmten Florentiner Renaissance-Künstlers Andrea Della Robbia aus der gleichnamigen Bildhauerdynastie.

Auch die Darstellung der Danaiden aus der griechischen Mythologie durch Rodin, die dem Museum einst von dem armenisch-britischen Geschäftsmann und Kunstsammler Calouste Sarkis Gulbenkian gespendet wurden, gehören zu den Höhepunkten der Sammlung.

Ein Publikumsmagnet besonderer Art ist auch die umfangreiche Ausstellung von filigranem Silberschmuck. Hierzu zählen vor allem die Stücke aus der Mitte des 18. Jahrhunderts sowie diejenigen von jungen Novizinnen, welche diese beim Eintritt in die Klöster zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert gespendet hatten.

Mit dem Gold aus den Kolonien erschufen die Künstler zu Hause Großartiges

Historische Möbelstücke, etwa aus der Epoche des Rokoko, sowie exotische Keramiken und Textilien aus Afrika, Indien, China und Japan können ebenfalls bewundert werden, auch fein und kunstvoll gearbeitete Glasobjekte aus Böhmen und Venedig sind in dem Museum ausgestellt.

Viele Werke stammen aus dem einst riesigen portugiesischen Kolonialreich, hauptsächlich und vorrangig aus Brasilien, Westafrika und Fernost.

Eines der meist fotografierten Werke ist zum Beispiel die Monstranz von Belém aus den Händen des Goldschmiedes Gil Vicente, deren Gold einer Inschrift zufolge vom Seefahrer und Entdecker Vasco da Gama um das Jahr 1504/5 aus der Region Kilwa Kisiwani im heutigen Tansania mit nach Portugal gebracht worden sein soll.

Reiseinfos
Adresse

Museu Nacional de Arte Antiga (MNAA)
Rua das Janelas Verdes
1249-017 Lisabon
Portugal

38.704833, -9.161475

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