Mit dem Mietwagen durch Portugal – so planst du deine Rundreise
Dieser Artikel zeigt dir, wie du clever buchst, welche Versicherung sinnvoll ist, was dich auf den Straßen erwartet und welche Routen sich für eine Rundreise lohnen.

Wann und wo du am besten buchst
Die wichtigste Faustregel: Je früher, desto besser – und desto günstiger. Besonders in der Hochsaison zwischen Juni und September sind Mietwagen in Portugal schnell ausgebucht, die Preise steigen dann deutlich. Wer seinen Urlaub frühzeitig plant, kann bei der Buchung ordentlich sparen.
Ein oft übersehener Tipp: Du kannst dein Auto bereits in Deutschland mieten und direkt vom Heimatflughafen starten. Wer zum Beispiel von Hamburg aus losfährt, kann unkompliziert über ihre Autovermietung in Hamburg einen Wagen für Hin- und Rückreise buchen – ideal, wenn du flexibel zum Flughafen gelangen oder nach der Rückkehr mobil bleiben möchtest.
Welche Versicherung du wirklich brauchst
Das Thema Versicherung ist beim Mietwagen der Punkt, der die meisten Urlauber verwirrt – und bei dem ungewollte Kosten entstehen. Hier die wichtigsten Punkte, die du kennen solltest:
- Haftpflicht (TPL/Third Party Liability): Ist in Portugal Pflicht und in jedem Mietpreis enthalten.
- Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung (CDW/Collision Damage Waiver): Empfehlenswert. Achte darauf, ob eine Selbstbeteiligung im Kleingedruckten steckt – die kann im Schadensfall schnell mehrere Hundert Euro betragen.
- Diebstahlschutz (TP/Theft Protection): Ebenfalls sinnvoll, besonders wenn du in Städten unterwegs bist.
- Reisekreditkarten mit Mietwagenschutz: Viele Premium-Kreditkarten beinhalten eine Mietwagenvollkasko. Prüf das vor der Reise genau – dann kannst du die teure Zusatzversicherung am Schalter oft ablehnen.
Lass dich am Schalter nicht unter Druck setzen: Anbieter versuchen häufig, zusätzliche Pakete anzubieten. Wenn du gut vorbereitet ankommst und weißt, was deine Kreditkarte oder Reiseversicherung bereits abdeckt, kannst du hier entspannt Nein sagen.
Was dich auf portugiesischen Straßen erwartet
Wer aus Deutschland kommt, wird sich hinter dem Steuer in Portugal grundsätzlich wohlfühlen. Man fährt rechts, die Beschilderung ist gut, und die Autobahnen (»Autoestradas«) sind in sehr gepflegtem Zustand. Ein paar Dinge solltest du aber im Hinterkopf behalten.
Mautgebühren
Einige Autobahnen und Brücken in Portugal sind mautpflichtig. Es gibt Strecken mit klassischen Mautstationen, aber auch sogenannte »Via Verde«-Abschnitte, die elektronisch abgerechnet werden.
Manche Mietwagen sind mit einem Via-Verde-Transponder ausgestattet – frag beim Abholen danach und kläre, wie die Abrechnung funktioniert. Genauere Infos zum System findest du direkt beim Anbieter viaverde.pt.
Alternativ kannst du ein externes Gerät zukaufen oder bestimmte Strecken einfach meiden.
Parken in Städten
In Lissabon und Porto kann die Parkplatzsuche nervenaufreibend sein. Parkhäuser sind die stressfreiere Option – plane dafür etwas Budget ein. In kleineren Städten und auf dem Land ist es deutlich entspannter.
Fahrverhalten
Portugiesische Fahrer sind im Großen und Ganzen entspannt, aber auf Nationalstraßen (»EN«-Straßen) kann es eng werden.
Schmale Kurvenstraßen im Norden oder im Hinterland erfordern etwas Aufmerksamkeit. Wer geübt ist mit engen Bergstraßen, hat damit kein Problem.
Die schönsten Routen für eine Portugal-Rundreise
Portugal lässt sich gut in einer oder zwei Wochen mit dem Mietwagen erkunden – je nachdem, wie viel du sehen möchtest und wie schnell du reist.
Hier sind drei Routen, die sich bewährt haben:
Route 1: Klassiker im Süden – Lissabon, Alentejo, Algarve (7–10 Tage)
Du fliegst nach Lissabon, holst deinen Wagen am Flughafen ab und erkundest zunächst die Umgebung der Hauptstadt – Sintra, Cascais, die Arrábida-Halbinsel.
Dann geht es Richtung Süden in den Alentejo: Évora mit seinem UNESCO-Welterbe, die weiten Olivenplantagen, das stille Monsaraz am Stausee.
Den Abschluss macht die Algarve mit ihren Felsformationen, kleinen Buchten und dem Cabo de São Vicente, dem südwestlichsten Punkt des europäischen Festlands. Rückflug von Faro.
Route 2: Der Norden – Porto, Douro-Tal, Minho (7–10 Tage)
Porto als Ausgangspunkt ist ideal für eine Nordportugal-Rundreise. Von hier aus fährst du durch das Douro-Tal mit seinen terrassierten Weinbergen, vielleicht mit einer Übernachtung in einer Quinta.
Weiter nördlich wartet der Nationalpark Peneda-Gerês – Portugals einziger Nationalpark, grün, wild und kaum überlaufen. Die Küste des Minho mit dem Fischerort Viana do Castelo rundet die Tour ab.
Route 3: Ganz Portugal – von Porto bis Faro (14 Tage)
Für alle, die das ganze Land in einem Schwung erleben wollen: Flug nach Porto, Rückflug von Faro – oder umgekehrt.
Du kombinierst die Highlights aus beiden Routen oben und fügst Zwischenstopps hinzu, die dich interessieren: Coimbra mit seiner traditionsreichen Universität, die Serra da Estrela mit dem höchsten Berg des Festlands, die Silberküste mit einsamen Wellen und wenig Touristen.
Zwei Wochen klingen viel, aber Portugal ist lang: Über 900 Kilometer trennen die Nordgrenze von der Südspitze.
Praktische Tipps vor dem Start
- Führerschein: Dein deutscher Führerschein gilt in Portugal problemlos.
- Mindestalter: Die meisten Anbieter verlangen mindestens 21 Jahre, einige 23 oder 25 – und oft einen Zuschlag für unter 25-Jährige.
- Kreditkarte: Pflicht beim Abholen. Manche Anbieter akzeptieren keine Debitkarten – prüfe das vorab.
- Fahrzeugklasse: Für Städtetouren reicht ein Kleinwagen. Für das Hinterland oder die Bergstraßen im Norden ist ein etwas stärkeres Modell angenehmer.
- Tanken: Tanke möglichst vor der Rückgabe selbst – der »Full-to-Full«-Tarif ist die günstigste Option, weil Anbieter-eigenes Tanken teuer ist.
- Fahrzeug bei Übernahme prüfen: Fotografiere jeden Kratzer, jede Delle, bevor du losfährst – und lass dir Schäden schriftlich bestätigen.
Fazit: Mit dem Mietwagen entdeckst du das echte Portugal
Portugal ist eines der dankbarsten Länder für eine Mietwagenreise: Die Straßen sind gut, die Entfernungen überschaubar, und hinter jeder Kurve wartet etwas, das du mit dem Bus nie gesehen hättest.
Ob du eine Woche durch den Süden kurvst oder das ganze Land von Nord nach Süd durchquerst – mit einem gut gebuchten Mietwagen, der richtigen Versicherung und etwas Vorbereitung wird die Fahrt selbst zum Teil des Erlebnisses.
Und wenn du von Hamburg oder einer anderen deutschen Stadt aufbrichst: Schon die Fahrt zum Flughafen lässt sich bequem mit einem Mietwagen erledigen – damit du entspannt und ohne Gepäckstress in deinen Portugal-Urlaub startest.
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