Kathedrale von Évora

Se de Évora

Kathedrale Évora
Die größte mittelalterliche Kathedrale in Portugal ( Fotoeventis / Shutterstock.com )

Mitten im historischen Zentrum der Stadt Évora im Alentejo, an der Straße Largo do Marquês de Marialva, befindet sich die im späten 12. Jahrhundert erstmals erbaute römisch-katholische Kathedrale von Évora.

Das imposante und ursprünglich rein gotisch inspirierte Gotteshaus wurde bis in das 18. Jahrhundert mehrfach erweitert. So namentlich um den Kreuzgang im 14., die Kapelle von Esporão im Manuelinischen Stil aus dem 16. sowie die barocke Hauptkapelle im frühen 18. Jahrhundert.

Bei dem Sakralbau handelt es sich um eine der größten Kathedralen und wichtigsten gotischen Bauwerke des Landes. Überregionale Bekanntheit erlangte die Kathedrale im Jahr 1497, weil hier der Legende zufolge die Fahnen der Flotte für die erste Orientexpedition des weltberühmten Seefahrers Vasco da Gama gesegnet worden sein sollen.

Auch im musikalischen Bewusstsein Portugals ist der Sakralbau fest verankert

Eng mit dem Bau verbunden ist auch die Personalie des einstigen Königs Heinrich I. (1512 bis 1580). Dieser war zunächst als Erzbischof und Kardinal in Évora tätig und übernahm nach dem plötzlichen Tod seines kinderlosen Großneffen Sebastian I. (1554 bis 1578), als letzter männlicher Angehöriger des Adelsgeschlechts Avis, für lediglich zwei Jahre den portugiesischen Thron, bevor dieser für sechs Jahrzehnte an das Nachbarland Spanien fiel.

Darüber hinaus galt die Kathedrale im 16. und 17. Jahrhundert auch als Sitz der sog. musikalischen Schule von Évora. Die hier u.a. von namhaften Komponisten wie Mateus de Aranda, Manuel Mendes, Duarte Lobo und Filipe de Magalhães praktizierte und seinerzeit unterrichtete Polyfonie (Mehrstimmigkeit) hatte großen Einfluss auf die Entwicklung der klassischen portugiesischen Musik.

Im Museum der Kathedrale warten seltene und wertvolle Exponate auf die Besucher

Architektonisch beeindruckt die Fassade des Bauwerks durch die großzügige Verwendung von rosa Granit, das große runde Fenster im gotischen Stil, die üppig verzierten Türme und Konsolen sowie den massiven und majestätischen Glockenturm, der an diejenigen in den spanischen Städten Zamora und Salamanca erinnert.

Häufig fotografiert wird auch das Hauptportal mit den Marmorskulpturen der Apostel, wie sie in dieser Form und Größe in Portugal nur sehr selten zu sehen sind.

Im Inneren überrascht die Kathedrale mit einem romanischen Grundriss, das Presbyterium schuf der im frühen 16. Jahrhundert berühmte portugiesische Architekt Diogo de Arruda.

Besonders sehenswerte Ausstellungsstücke im angeschlossenen Museum sind das Zepter von König Heinrich I., eine Marienstatue aus Elfenbein aus dem 13. Jahrhundert sowie bedeutende Gemälde der Künstler Cristóvão de Figueiredo, Gregório Lopes und Garcia Fernandes.

Reiseinfos
Adresse

Se de Évora
Largo do Marquês de Marialva 809
7000 Évora
Portugal

38.571779, -7.906975

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