Nationalpalast von Mafra

Palácio Nacional de Mafra

Nationalpalast Mafra
Die beeindruckende Fassade des Palácio Nacional de Mafra ( John Copland / Shutterstock.com )

Die portugiesische Kleinstadt Mafra (ca. 18.000 Einwohner) liegt etwa 45 Kilometer nordwestlich von Lissabon entfernt. Das bekannteste Gebäude des Ortes ist sein monumentaler Palast, der Palácio Nacional de Mafra.

Der Palast der Superlative

Der Nationalpalast von Mafra ist die größte Schlossanlage in Portugal. Die Aufnahme in die Welterbe-Liste der UNESCO ist beantragt.

Die Fassade der Schloss- und Klosteranlage ist insgesamt 220 Meter lang. Der Palast hat eine Fläche von rund 38.000 Quadratmetern, 1.200 Räume und 156 Treppenhäuser.

Aus Antwerpen stammen die beiden Glockenspiele, die mit je 48 Glocken bestückt sind.

Im Zentrum der Anlage befindet sich die Kirche, die Basilica minor mit sechs kunstvoll gearbeiteten Orgeln. Sehr sehenswert ist auch die große, historische Bibliothek mit rund 40.000 Bücher aus dem 16. und 18. Jahrhundert.

Gleich hinter der Palastbibliothek beginnt der weitläufige Botanische Garten. Nördlich davon erstreckt sich der 819 Hektar große Park Tapada Nacional de Mafra.

In dem ehemaligen königlichen Jagdrevier leben zahlreiche Hirsche, Rehe, Wildschweine und viele weitere Wildtiere.

Ein Netz von Wanderwegen ist angelegt und es werden auch geführte Wanderungen angeboten. Jedes Jahr im Oktober findet in der Nähe des Palastes ein Festival Klassischer Musik statt.

Ein Palast aus dem Gold der portugiesischen Könige

Mit dem Bau der prachtvollen, barocken Schloss- und Klosteranlage von Mafra beauftragte das Königshaus den deutschen Architekten Johann Friedrich Ludwig. Dessen Vorbilder waren die italienischen Baumeister Francesco Borromini, Pietro Bernini und Carlo Fontana. Bauherr war König Johanns V., der 1711 versprach, zu Ehren des Antonius von Padua ein Kloster zu stiften, ursprünglich bestimmt für 13 Kapuziner.

Von 1717 bis 1730 entstand die prunkvolle Schloss- und Klosteranlage in Mafra. Aufgrund hoher Einnahmen durch Goldimporte aus Brasilien war der Bau einer weitaus aufwändigeren Anlage für mehr als 300 Mönche möglich. Nach der Einweihung dauerten die Bauarbeiten noch bis 1755. Auf der Baustelle arbeiteten bis zu 45.000 Arbeiter und 7.000 Soldaten.

Der portugiesische Nobel-Preisträger für Literatur, José Saramago, hat die Bauarbeiten aus Sicht des Volkes in seinem Roman "Das Memorial" (1982) dargestellt.

Nach dem Besuch des wundervollen Palastes solltest du das einzigartige Pão de Mafra (Brot von Mafra) probieren. Auch das typische Dorf José Franco und der Tapada de Mafra sind einen Besuch wert.

Reiseinfos
Adresse

Palácio Nacional de Mafra
Terreiro D. João V
2640 Mafra
Portugal

38.936945, -9.325924

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