Der Douro

Den Douro solltest du dir nicht entgehen lassen: An seinem Oberlauf erwarten dich Naturparks und die Anbaugebiete des Portwein, an der Mündung liegt die hippe Stadt Porto mit historischen Schätzen und Design-Bars.
Douro Portugal
Der Douro eingebettet in die herrliche Landschaft Nordportugals ( Simon Dannhauer / Shutterstock.com )

Douro – der goldene Fluss

Der Douro – auf Spanisch Duero – ist einer der größten Flüsse der Iberischen Halbinsel. Seinen Namen gaben ihm die Kelten: Dort steht das Wort »Dur« für Wasser. Der Fluss entspringt in Spanien in der Provinz Soria in der Nähe von Duruelo de la Sierra. Von dort fließt er durch Nordspanien und Portugal bis nach Porto am Atlantik. In der Römerzeit bewohnten Kelten das Flusstal des Douro und die Römer verehrten den Fluss als Gott »Durius«.

Durch Spanien und Portugal bis an den Atlantik

Der Douro ist mit einer Gesamtlänge von 897 Kilometern der drittlängste Fluss der Iberischen Halbinsel und kommt gleich nach dem Tejo und dem Ebro. Von leichten Flussschiffen befahrbar ist er allerdings nur in Teilabschnitten in Portugal.

In Spanien fließt der Douro zunächst durch die kastilische Meseta und durchschlängelt dabei 5 Provinzen der autonomen Regionen León und Kastilien: Burgos, Soria, Valladolid, Salamanca und Zamora. Er durchquert dabei die Städte Almazán, Soria, Aranda, Tordesilla, Duero und Zamora.

Seine wichtigsten Nebenflüsse sind der Pisuerga und der Esla. In den halbtrockenen Ebenen, die sich an seinen Ufern erstrecken, wachsen Weizen und Wein und auch die Schafzucht ist immer noch wichtig.

Enge Schluchten und Naturparks

Auf 112 Kilometern markiert der Douro die Grenze zwischen Spanien und Portugal. Er durchquert an dieser Stelle durch eine enge spektakuläre Schlucht mit sehenswerten Naturparks auf beiden Seiten: Dem portugiesischen Parque Natural do Douro Internacional und dem spanischen Naturpark Arribes del Duero.

Nach dem Zusammenfluss mit dem Fluss Águeda fließt der Douro vollständig auf portugiesischem Gebiet. Die Bevölkerungszentren sind jetzt kleiner als auf der spanischen Seite, ebenso die Nebenflüsse, die in die Schluchten des Douro münden. Die wichtigsten sind Tua, Côa, Sabor, Corgo, Paiva, Tavora, Tâmega und Sousa.

Portwein vom Douro

Die Weinanbaugebiete Alto Douro und Ribera del Duero im Tal des Douro sind weltbekannt und von der UNESCO als Weltkulturerbe geschützt. Hier wachsen die Trauben für den delikaten Portwein.

Früher verschiffte man den Portwein von den Weinanbaugebieten flussabwärts bis nach Vila Nova de Gaia gegenüber von Porto, wo er dann in riesigen Weinkellereien lagert. Schon die Römer befuhren den Douro mit flachen Schiffen. In den 1960er- und 70er-Jahren baute man dann zahlreiche Staudämme und Schleusen, um den Schiffsverkehr zu erleichtern.

Heute gelangt der Portwein in Tankwagen bis nach Vila Nova de Gaia. Ein Besuch des Douro-Tals mit Besichtigungen der zahlreichen Weinkellereien zählt zu den Höhepunkten jeder Portugal-Reise.

Lesetipp: Alles, was du über den Portwein wissen musst

Grenzabkommen von Albufeira

Der Douro ist ein grenzüberschreitender Fluss und die Nutzung betrifft zwei Länder. Das kann schon mal zu Konflikten führen. Deshalb unterzeichneten im Jahr 1998 Spanien und Portugal ein Abkommen über die Nutzung der Flüsse Douro, Tejo und Guadiana sowie deren Nebenflüsse. Die Vereinbarung ersetzt Vereinbarungen aus den Jahren 1927, 1964 und 1968.

Besiedelung des Douro

Zu den wichtigsten spanischen Städten am Fluss zählen Almazán, Aranda de Duero Soria, Zamora und Tordesilla, in Portugal Lamego, Foz Côa, Miranda do Douro, Peso da Régua, Vila Nova de Gaia und Porto.

Porto ist die wichtigste Stadt in Nordportugal und gilt als dessen heimliche Hauptstadt. Wegen seines historischen Zentrums und der bemerkenswerten Architektur zählt die Altstadt von Porto zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Portwein und Touristen

Das Mikroklima am Douro ist besonders günstig für den Anbau von Mandeln, Oliven und Wein. Zentren der Portweinproduktion sind die Gebiete um São João da Pesqueira und Pinhão. Hier liegen zahlreiche Quintas, Weinberge und Bauernhöfe entlang der steilen Flussufer. Die meisten Weingüter gehören heute zu multinationalen Weinunternehmen.

Auch der Tourismus entlang des Douro floriert: Städtetouren nach Porto, Flusskreuzfahrten, ein Besuch der Weingüter, Wanderungen oder Fahrradtouren. So verläuft der »GR 14 – Senda del Duero« entlang des Flusses.

Ebenfalls lohnenswert ist eine Fahrt mit der Bahn Linho do Douro von Porto nach Pocinho. Dort liegt im nahen Côa-Tal eine archäologische Ausgrabungsstätte aus der Altsteinzeit – auch sie ein UNESCO-Weltkulturerbe.

Dämme und Schleusen

Ganze 15 Dämme, Schleusen und Stauseen am Douro regulieren den Wasserstand und erzeugen Energie. Fünf Dämme liegen auf spanischen Gebiet, fünf an der Grenze und fünf befinden sich in Portugal.

Gute Gründe für den Besuch des Douro

Wenn du Portugal besuchst, dann lasse dir den Douro nicht entgehen. Bei Naturliebhabern stehen vor allem die Weinregion des Alto Douro, der Douro Internacional Park und der Alvão Naturpark auf dem Programm. Für Kulturliebhaber führt kein Weg an Porto, dem Archäologischen Park im Côa Tal und dem Santuário Nossa Senhora dos Remédios vorbei.

Einen guten Überblick über den Fluss bietet das Museu do Douro in Peso da Régua. Interessant sind auch thematische Rundtouren: Etwa eine entspannende Flussfahrt auf dem Douro, eine Tour entlang der historischen und architektonischen Schätze oder die Route der Aussichtspunkte im oberen Douro-Tal.

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