Deine Rechte bei Flugverspätung und Annullierung

Sightseeing, Erholung und Sonne – du kannst es kaum erwarten in den Sommerurlaub nach Portugal zu fliegen. Was aber, wenn es anders läuft als geplant?
Fluggastrechte
Bei Verspätung und Co. hast du einen Anspruch auf Entschädigung ( Henner Damke / Shutterstock.com )

Fluggastrechte im Überblick

Flugreisen sind beliebt. Einerseits weil viele Orte schnell erreichbar sind und andererseits, weil Tickets nach wie vor günstig sind – Ticktetsteuer hin oder her. Ob nun ein Flug 30 oder 45 Euro, ist den meisten als Argument gegen eine Flugreise zu gering. Experten rechnen damit, dass dies noch einige Jahre so bleiben wird.

Entgegengesetzt entwickelt sich damit das Flugaufkommen – die Luftfahrt ist die einzige Branche mit konstant steigenden Zuwächsen und die können sich durchaus sehen lassen. Nicht vermehren lässt sich hingegen der Platz in luftiger Höhe, denn der Luftraum und verfügbare Flugrouten sind begrenzt. Eine der Folgen sind Verspätungen und diese werden gleich wie das Flugaufkommen eher mehr als weniger.

Abhilfe bei Verspätungen

Waren es seinerzeit zu viele nichtbeförderte Passagiere, die zum Beschluss der EU-Fluggastrechteverordnung führten, sind es heute eher die zahlreichen Verspätungen, die die Gerichte beschäftigen. Wer auf seinem Flug mit Planwidrigkeiten konfrontiert ist, muss das seit 2004 nicht länger hinnehmen. Es gibt Entschädigung.

Bei Linienflügen ist relativ klar, dass im Falle eines Anspruchs die Airline direkt verantwortlich ist. Gerade aber wenn es um Urlaubsreisen geht, werden diese nach wie vor gerne im Pauschalpaket gebucht. Vertragspartner ist in diesem Fall der Reiseveranstalter und der Konsument weiß nach der Rückkehr nicht, bei wem er die Ansprüche geltend machen muss bzw. durchläuft einen Irrgarten, weil sich niemand zuständig fühlt.

Auch bei Pauschalreisen ist ein Anspruch auf Entschädigung aus der EU-Fluggastrechteverordnung direkt an die ausführende Fluggesellschaft zu richten.

Individualreisende, die Flug und Unterkunft selbst buchen, wenden sich an die Fluggesellschaft, bei der sie den Flug gebucht haben. Früher war auch bei Linienflügen die ausführende Airline verantwortlich und Ansprechpartner. Weil jedoch mehr und mehr Flüge via Code-Sharing verkauft werden, stellt das für die Konsumenten eine zusätzliche Hürde dar.

Deshalb gilt nach neuerer Rechtsprechung diejenige Fluggesellschaft als zuständig, bei der gebucht wurde. Wenn der Flug bei Eurowings gebucht wurde, bei Eurowings Beschwerde einreichen – selbst wenn der Flug von Lufthansa oder TAP durchgeführt wird.

Wer hat Anspruch auf Entschädigung?

Umfasst von der Verordnung sind in erster Linie Flüge, die innerhalb der Union starten oder landen. Island, die Schweiz und Norwegen fallen im Rahmen der EWR-Zugehörigkeit ebenfalls darunter.

Als Grund für eine Entschädigung gelten

  • Nichtbeförderung
  • Annullierung und
  • Verspätung

Betreffend Verspätung muss diese wesentlich sein und es wird auf die Ankunft abgestellt. Das bedeutet zumindest eine zwei Stunden spätere Landung am Zielflughafen. Flüge nach Portugal zählen zur Mittelstrecke, was eine mindestens drei Stunden spätere Ankunft erfordert, um eine Entschädigung zu erhalten.

Beträgt die Ankunftsverspätung mehr als vier Stunden, haben Konsumenten außerdem das Recht, eine Minderung des Reisepreises einzufordern. Dieser Anspruch besteht jedoch gegenüber dem Reiseveranstalter. Es ist allerdings keine zusätzliche Entschädigung, sondern die Beträge aus der EU-Fluggastrechteverordnung werden dabei berücksichtigt. Bei dieser Variante empfiehlt es sich jedoch, auf eines der Fluggastportale wie z.B. AirHelp zurückzugreifen. Zudem hat die Praxis gezeigt, dass Fluggesellschaften in diesen Fällen schneller reagieren und Konsumenten schneller zu ihrem Geld kommen.

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