Historische Stätten in Portugal: Eine Reise in die Vergangenheit

Portugal ist reich an archäologischen Funden und für Freunde der Antike auch deshalb besonders reizvoll. Wer mit dem Mietwagen unterwegs ist, findet unzählige Orte, um einen Stopp einzulegen und tief in die Geschichte des Landes einzutauchen.
Historische Stätten Portugal
Cromlech von Almendres im Alentejo ( Adobe Stock, © rh2010 )

Antike Sehenswürdigkeiten erkunden mit dem Camper, Van oder Mietwagen

Wenn du im Urlaub auf den Spuren vergangener Zeiten wandeln und die vielen Sehenswürdigkeiten entdecken möchtest, solltest du dazu am besten einen Roadtrip planen. Egal ob mit einem Wohnmobil oder bei einer Tour mit dem PKW – auf diese Weise lernst du besonders viel vom Land kennen.

Doch Ausflüge ins Landesinnere funktionieren auch prima, wenn du eigentlich einen Städtetrip nach Lissabon geplant hast und du zwischendurch Landluft schnuppern möchtest. Auch vor Ort ist ein Mietwagen schnell organisiert und so kannst du jederzeit in die Natur fahren.

Denke dabei aber daran, dass du alle vertraglichen Vereinbarungen einhältst, die du mit dem Mietwagenverleih getroffen hast. Achtest du auf das Kleingedruckte und berücksichtigst verschiedene Beschränkungen, etwa zur Endreinigung, bleibst du von unerwarteten Kosten verschont. Zudem ist es sinnvoll, sich vorab über alle deine Reiseziele zu informieren und eine günstige Route zu planen. Dann kommen auf dem Tacho keine unnötigen Kilometer zustande und du sparst zudem Spritkosten.

Ganz egal, ob dich eher Funde aus vorchristlicher Zeit interessieren, du lieber römische Geschichte entdeckst oder den islamischen Wurzeln der Portugiesen nachspürst – in Portugal gibt es viele Ausgrabungsstätten aus den unterschiedlichsten Zeitaltern. Und es kommen immer neue hinzu.

Eine davon ist besonders kurios: Erst 2017 entdeckten Forscher in dem Ort Boca do Rio an der Algarve eine römische Fabrik, in der Fischsaucen hergestellt und mittels Amphoren in das gesamte römische Reich ausgeliefert wurden. Die Reste dieser Fabrik bestehen aus drei großen Tanks, in denen unter anderem Fischgräten gefunden wurden.

Megalithkultur auch in Portugal

Doch die Spuren portugiesischer Siedler reichen noch viele weitere Jahrhunderte zurück. Zur faszinierenden Megalithkultur zum Beispiel, deren Hinterlassenschaften überall in Europa und auf allen anderen Kontinenten zu finden sind. Besonders die Bretagne in Frankreich ist bekannt für zahlreiche dieser vorchristlichen, bearbeiteten Steine.

Doch auch Portugal kann mit vielen Funden aufwarten. Wenn du mit dem Mietwagen aus Deutschland kommst, in Portugal unterwegs bist und Interesse an Menhiren und Dolmen hast, findest du im Distrikt Évora entsprechende vorgeschichtliche Bauten. Évora ist eines von fünf Zentren, in denen Archäologen auf eine Vielzahl von Relikten gestoßen sind.

Évora ist die Hauptstadt der Region Alentejo. In der Nähe der Stadt findest du die größte Megalithanlage Portugals, direkt am Fluss Ribeira. Außerdem gibt es rund um Évora zahlreiche weitere Entdeckungen aus vorgeschichtlicher Zeit. Wenn du dich in Lissabon aufhältst, erreichst du die Megalithanlagen in ungefähr anderthalb Stunden.

Älter als Stonehenge

Die Megalithanlage bei Évora ist schon mehrere Jahrhunderte bekannt: Bereits 1733 wurde die erste Studie dazu verfasst, in der unter anderen 315 Dolmen aufgelistet sind. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist der sogenannte Cromlech von Almendres aus der Stein-, beziehungsweise Kupferzeit, ein Steinkreis der etwa 1.000 bis 2.000 Jahre älter sein soll als der im britischen Stonehenge.

Der Begriff »Cromlech« bezeichnet eine bestimmte Bauweise der Megalithkultur. Für das Bauwerk wurden ungefähr hundert Steine, die zwischen einem und drei Meter hoch sind, angeordnet. Auf den Steinen zu sehen sind Augenmotive, Zickzacklinien sowie Sonnen- und Monddarstellungen. Berühmt ist auch das Megalithgrab von Zambujeiro.

Wenn du mehr Zeit einplanst, kannst du noch zur prähistorischen Höhle von Escoural fahren. Diese Höhle, die »Gruta do Escoural« ist die einzige Tropfsteinhöhle in Portugal, die mit paläolithischen Wandmalereien verziert ist.

Weltkulturerbe im Norden

Mehr als 25.000 Jahre alt sind die in Schiefergestein geritzten Tierzeichnungen, die in Ende der 1980er Jahre am Ufer des Flusses Côa gefunden wurden. Sie ziehen sich über eine Strecke von etwa 17 Kilometern hin und zeigen Auerochsen, Hirsche, Pferde und Steinböcke ebenso wie, Ziegen und Fische. Eigentlich sollte das Vale da Côa für den Bau eines Staudammes geflutet werden, aber regionale und weltweite Proteste verhinderten das Projekt. Das Côa-Tal blieb erhalten und wurde als Weltkulturerbe durch die UNESCO anerkannt.

Von den geretteten Fundorten des Archäologischen Parks sind nicht alle für Besucher zugänglich. Teilweise liegen sie in sehr unwegsamem Gelände. Doch einige der alten Felsmalereien kannst du mit einem Guide besuchen. Im Museum in Vila Nova de Foz Côa werden die alten Felszeichnungen erklärt.

Während in Nordeuropa noch die Eiszeit herrschte, so kannst du hier lernen, müssen hier die Tiere auf ihrer Futtersuche unterwegs gewesen sein – gefolgt von nomadisch lebenden Menschengruppen. Den Herden folgten die nomadischen Menschengruppen. Richtige Trails müssen hier durch das Tal geführt haben. Den Funden der Archäologen zufolge müssen hier viele Menschen aus unterschiedlichen Regionen und Zeiten gewandert sein. So fanden die Spezialisten sowohl Überreste vom Homo sapiens als auch vom Neandertaler. Geschätzt wird, dass die ältesten Felszeichnungen in der Eisenzeit entstanden und nach und nach erweitert worden sind.

Côa Tal Portugal
Der Parque Arqueológico do Vale do Côa ( Adobe Stock, © JUAN CARLOS MUNOZ )

Menhire an der Algarve

Bist du an der Algarve unterwegs, kannst du auf einer Wanderung zum Beispiel den Menhir von Aspradantes bewundern. Der Stein ist phallisch geformt und besteht aus weißem Kalkstein. Zu finden ist der Menhir im Parque Natural do Sudoeste Alentejano e Costa Vicentina in der Nähe von Lagos. Der Park lässt sich auf mehreren abwechslungsreichen Touren erwandern.

Planst du eine andere Route an der Algarve und willst trotzdem nicht auf die Hinterlassenschaften aus der Megalithzeit verzichten, kein Problem: Insgesamt existieren 259 Menhire, also bearbeitete Einzelsteine, entlang der Algarve.

Interessant sind übrigens auch die Einsiedlerhöhlen von Sabariz im Norden Portugals: Diese frühmittelalterliche Wohnanlage findest du ungefähr sechs Kilometer entfernt von Viana do Castelo. Sehr viel ist nicht über sie bekannt. Entdeckt wurden die drei Höhlen, die zellenartig aus einem Fels gehauen wurden, im Jahr 1978. Forscher können die Entstehung der Höhlen jedoch nicht genau datieren. Möglich ist, dass die Zellen aus der Westgotenzeit stammen, im Gespräch ist aber auch die Zeit der Reconquista.

Spannende Nekropolen

Rund 80 Kilometer von Porto entfernt findest du die Nekropole von Vale de Maria Pais. Insgesamt sind Archäologen hier auf zehn Körpergräber gestoßen, die von einem rund drei Meter hohen Menhir flankiert werden. Der Stein, ursprünglich zwischen fünf und sechs Meter hoch, ist jedoch in zwei Teile zerbrochen, wurde allerdings restauriert und wieder an Ort und Stelle gebracht.

Ihm zu Füßen befindet sich ein Körpergrab, während die anderen Gräber in der Nähe verteilt liegen. Wenn du nach der Besichtigung eine weitere Nekropole entdecken möchtest, findest du zirka zwei Kilometer entfernt das Gräberfeld Sepulturas antropomórficas de Antas. Hier wurden acht Menschen bestattet. Generell wurden in Portugal sehr viele Nekropolen gefunden.

Nahe Porto befindet sich außerdem das Fonte do milho, zu Deutsch »Quelle des Korns«. Die Anlage ist eine Ruine einer römischen Villa und wurde Ende der 1950er Jahre zum Nationaldenkmal erklärt. Die Funde der Archäologen datieren zwischen dem 1. bis 4./5. Jahrhunderts nach Christus. Das belegen unter anderem Münzen aus der Zeit der Kaiser Tiberius und Augustus.

Wenn du einen Stopp einlegen willst und die Ruinen besichtigen möchtest, plane ein bisschen Zeit ein, denn in dieser Weinregion Portugals gibt es auch viele malerische Dörfer zu entdecken und guten portugiesischen Wein zu probieren.

Auf den Spuren der Römer

Während der Eisenzeit haben Römer den Tempel von Orjais erbaut. Wenn du dich gerade im Landesinneren in der Nähe des Naturparks Serra da Estrela aufhältst, lohnt sich ein Abstecher. Oberhalb des gleichnamigen Dorfs im Distrikt Castelo Branco siehst du auf einem Hügel einige Bruchsteinmauern. Gefunden wurde ein Fundament, das auf eine Tempelanlage hindeutet und Quellen zufolge der Gottheit Banda Brialeacus geweiht war.

Castelo Branco Portugal
Castelo Branco in Zentralportugal ( Adobe Stock, © Luis Fonseca )

Mitten in Lissabon: Antiker Friedhof

Bleibst du in Lissabon, musst du trotzdem nicht auf archäologisch interessante Stätten verzichten. Ein 2.000 Jahre alter Friedhof aus der Zeit der alten Römer und das mitten in der Hauptstadt: Für Freunde des Altertums ist ein Besuch ein Muss. Gefunden wurden nicht nur 25 Skelette aus der Römerzeit, sondern viel Keramik, Urnen, Münzen und andere Artefakte. Sechs Meter tief mussten die Forscher graben, bis sie diese Entdeckung machen konnten.

Nach Angaben der Archäologen sind die Funde in einem hervorragenden Zustand. Die Artefakte waren für die Forscher völlig überraschend. Überhaupt: Lissabon ist wunderschön – auch dann, wenn dein Interesse nicht in Richtung vorzeitliche, sondern in die spätere Kultur Portugals geht. Die Stadt ist reich an Gebäuden unterschiedlichster Jahrhunderte, vielen Museen und anderen Kultureinrichtungen.

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